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AUTOR/IN
Raphael Pi Permantier

Der Freund, die Kollegin oder der Chef wirft uns etwas vor – ob es berechtigt ist, oder nicht: Mit diesen rhetorischen Tipps könnt ihr den Schaden begrenzen.

1. Ablenkung

Das kann jeder von uns mal ausprobieren, Politiker machen das auch ständig. Wirft uns jemand vor, dass wir mal wieder die Milch vom Kollegen geklaut haben, sagen wir einfach. „Ja, dieser Kühlschrank ist doch unglaublich. Und jedes mal wenn ich ihn aufmache, sehe ich das verschimmelte Essen vom Walter!“

2. Umdefinieren

Wenn uns jemand etwas vorwirft, können wir das auch umdefinieren. Zu etwas, was weniger schlimm ist. Wieder das Beispiel aus dem Büro „Sag mal, hast Du Milch aus meiner Packung geklaut?“ „Nein, ich habe mir in einer schweren Notsituation kurz was geliehen.“

So wie Ex-Verteidigungsminister Peter Struck, als die Bundeswehr einen Militäreinsatz in Afghanistan begonnen hat. Er sagte dann: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Aus Krieg wird Verteidigung und Sicherheit.

3. Leugnen

„Von illegalen Parteispenden habe ich nichts gewusst.“ Ein Klassiker. Wenn es noch keine stichhaltigen Beweise gibt, kann es sinnvoll sein zu leugnen. Das ist natürlich riskant. Denn wenn Beweise auftauchen, ist relativ schnell klar, dass man nicht die Wahrheit gesagt hat. So wie Ex-US-Präsident Bill Clinton als er gesagt hat: „I did not have sexual relations with that woman.“ Und dann kam raus, er hatte doch sexuellen Kontakt mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky.

4. Reue zeigen

In bestimmten Situationen, zum Beispiel wenn die Lage sehr eindeutig ist, es also viele Beweise gibt, kann es am besten sein, zu sagen: „Ich habe es getan und es tut mir leid.“ So wie Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg: „Es steht völlig außer Frage, dass ich einen auch für mich selbst ungeheuerlichen Fehler begangen habe, den ich auch von Herzen bedauere.“

5. Nichts sagen

Manchmal lässt sich der Schaden am besten begrenzen, indem man einfach nichts zu den Vorwürfen sagt. Nämlich dann, wenn alles was man sagen könnte, den Fall nur schlimmer macht, weil es für den eigentlichen Vorwurf erst aufmerksam macht. Dabei hofft man dann darauf, dass bald schon keiner mehr darüber spricht.

Diese Wege helfen aber nicht nur uns selbst – vielleicht auch gegen unbegründete Vorwürfe – zu verteidigen, sondern sie helfen auch zu verstehen, was Politiker, Unternehmer, Berater, Verkäufer und so weiter im Alltag mit uns machen.

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Raphael Pi Permantier

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