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Ob Home-Office oder Kurzarbeit: Viele Menschen nutzen offenbar die Corona-Krise, um sich einen Hund anzuschaffen. Diese Gedanken solltest du dir vor der Anschaffung machen.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen, der Dachverband der Hundezüchter, meldet während der Corona-Krise einen Welpen-Boom. So sollen einige Züchter sogar Wartelisten im dreistelligen Bereich für einzelne Würfe haben. Hauptsächlich seien Labradore oder Golden Retriever angesagt.

Nachfrage an Welpen steigt während Corona

Die Gründe für die erhöhte Nachfrage können dabei viele sein: Zum einen sind die Menschen wegen Kurzarbeit oder Home-Office mehr zuhause. Zum anderen vermutet der Verband für das Deutsche Hundewesen, dass die geschlossenen Grenzen in Richtung Osteuropa den illegalen Welpenhandel minimieren. Und auch Tierheime können zurzeit nur eingeschränkt Hunde vermitteln. Dann sind Züchter gefragt und bei diesen klingeln die Telefone.

Hundetrainerin und Hundepsychologin Miri Styppa aus Standenbühl bei Kaiserslautern empfiehlt in SWR3, dass sie so eine Entscheidung aber nicht von der Corona-Zeit abhängig machen würde. „Natürlich ist es jetzt so, dass viele Menschen sich im Home-Office befinden und mehr Zeit haben. Trotzdem ist es aber eine grundsätzliche Frage.“ Jetzt habe man aber Zeit, sich vorzubereiten. Das sollte man aber immer tun.

Diese Gedanken solltest du dir vor der Anschaffung eines Hundes machen

Grundsätzliche sollte man sich die Frage stellen: Welcher Hund passt zu mir? Aber das viel Wichtigere, so Styppa: „Welcher Hund passt zu mir nicht nur in der jetzigen Situation, wo ich zuhause bin, sondern auch in einer späteren Situation, wenn ich wieder arbeiten muss.“

In Ruhe über neues Familienmitglied nachdenken

„Jetzt hat ein Hund natürlich eine schöne Zeit, sich einzuleben, wenn ich zu Hause bin. Zusätzlich hab ich Zeit – und das ist ganz wichtig – mit dem Hund viel zu üben.“

Wenn der Hund einzieht, solltest du am Anfang auch zuhause sein. Und dann dürfe man das Endziel nicht aus den Augen verlieren, was der Hund können soll, wenn sich der Alltag wieder ändert.

Mit dem Hund lernen und üben

Wie lange du am Anfang zuhause sein solltest, kann nicht pauschal gesagt werden. Miri Styppa erklärt, dass das eine Einzelfallentscheidung sei. Ungefähr sage man aber zwölf Wochen sollte der Hund nicht alleine bleiben. Und in diese Zeit sollte geübt werden: Ob mit oder ohne Hundeschule.

Wenn ich wieder arbeiten gehe, dann muss der Hund das gelernt haben. Denn ich kann nichts vom Hund verlangen, was er nicht gelernt hat. Und deswegen ist es wichtig, ein Trainingsprogramm zu haben, was einen auch dahin führt.

Wenn der Hund dann doch zu viel Arbeit macht

Die Hundetrainerin ist der Meinung, dass dies sicherlich passieren wird, dass auch nach der Corona-Zeit Menschen ihre Hunde wieder loswerden wollen. „Aber das steht und fällt natürlich auch, wie ich in dieser Zeit begleitet werde. Wenn ich jetzt in dieser Corona-Zeit eine gute Begleitung habe und ein gutes Training zuhause machen kann, dann erwarten mich später auch nicht die Schwierigkeiten, der Trennungsstress, die mich erwarten, wenn ich eben kein gutes Training in der Zeit zuhause gemacht habe."

Wenn ich dann mit Problemen konfrontiert werde, die mich überfordern, dann komm ich natürlich in eine schwierige Situation.

Wer auf Dauer keine Zeit hat, sollte sich keinen Hund anschaffen

Das abschließende Urteil der Expertin: „Wenn absehbar ist, dass ich wieder zehn Stunden arbeiten gehe, dann sollte man sich generell die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, sich einen Hund anzuschaffen. Denn Hunde sind immer zeitintensiv.“

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