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Sandra Tiersch (Foto: SWR3)

Ob ein Englischkurs, Gleitschirmfliegen oder Yoga – fast jeder darf laut Gesetz Bildungsurlaub nehmen. Aber welche Kurse sind erlaubt? Und wie fragt man am besten den Chef? Das müsst ihr wissen:

Wem steht wie viel Bildungsurlaub zu?

Das richtet sich danach, wo ihr arbeitet. In fast allen Bundesländern stehen einem fünf Tage zu – zusätzlich zum Jahresurlaub. Im Saarland gilt aber zum Beispiel die Sonderregel, dass man sechs Tage Bildungsurlaub nehmen kann, aber teilweise dafür seine Freizeit opfern muss. Wichtig ist, wie groß der eigene Betrieb ist. In Rheinland-Pfalz gibt es erst ab sechs Beschäftigten Bildungsurlaub, in NRW und Baden-Württemberg ab zehn. Und man muss – je nach Bundesland – mindestens ein halbes oder ein ganzes Jahr angestellt sein, erst dann kann man Bildungsurlaub beantragen. Ausnahme Sachsen und Bayern – da gibt es sowas gar nicht!

Muss die Fortbildung zu meinem Beruf passen?

Nicht unbedingt. Englisch lernen in Südafrika oder Portugiesisch in Brasilien ist mitunter genauso drin, wie ein Gleitschirm-Kurs, Entspannung mit Yoga oder eine Ausbildung zum Gedächtnistrainer. Es gibt sogar den Kurs: „Uckermark – Gottes vergessener Winkel“.

Die Liste mit anerkannten Seminaren ist ziemlich lang und teilweise sehr kurios. Aber die Idee dahinter ist einfach, dass wir das lebenslange Lernen nicht vergessen und in unserer Entwicklung nicht stehen bleiben . Davon soll dann im optimalen Fall auch das Unternehmen profitieren. Auch wenn die Kurse mitunter in Strandnähe sind – rumliegen ist nicht: Täglich sind mindestens fünf oder sechs Unterrichtsstunden vorgeschrieben. Die Kosten für den Flug und den Kurs muss man in der Regel selbst tragen. Der Arbeitgeber stellt einfach nur die Zeit zur Verfügung.

In der Datenbank von Bildungsurlaub.de befinden über 7.000 Bildungsangebote und nach Eingabe des Bundeslandes bekommt ihr alle dort verfügbaren Kurse angezeigt.

Kuriose Seminare - welche gibt es wirklich?

Darf der Chef nein sagen?

Ja, nämlich aus „dringlichen betrieblichen Gründen“ – also wenn einfach zu viel los ist. Generell funktioniert das Ganze wie beim Urlaubsantrag: Haben im gewünschten Zeitraum schon zu viele Kollegen frei, darf das Unternehmen den Bildungsurlaub ablehnen, muss ihn aber zu einem anderen Zeitpunkt gewähren. Arbeitnehmer können in diesem Fall auch verlangen, dass der Anspruch ins nächste Jahr übertragen wird.

Achtung: Wer den Bildungsurlaub nur vortäuscht und in Wirklichkeit etwas ganz anderes macht, riskiert die fristlose Kündigung.

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