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Warum müssen manche Menschen niesen, wenn sie in die Sonne schauen?

Für diesen Reflex gibt es sogar einen Fachausdruck, der heißt der photische Niesreflex. Es ist tatsächlich eine Minderheit, etwa ein Viertel aller Menschen, die davon betroffen sind. Die Leute, die das haben, haben bestimmte Genvarianten. Was die genau im Körper machen, das ist noch so ein bisschen umstritten. Es gibt nur die vorherrschende Lehrmeinung, die sagt, dass bei diesen Menschen zwei Nerven im Gesicht sehr nah beieinander verlaufen, nämlich zum einen der Sehnerv, zum anderen der Trigeminus, der Drillingsnerv. Und dieser Drillingsnerv hat wiederum mehrere Äste. Einer führt zum Augapfel, ein anderer geht zum Oberkiefer und letztlich auch beim Niesen spielt er eine wichtige Rolle. Und eine Hypothese sagt nun, dass es bei Sonne-Niesern zu einer Art Kurzschluss kommt, so dass, wenn die Augennerven bzw. der Sehnerv sehr stark gereizt wird, dass diese Signale auf den Oberkieferast des Trigeminus irgendwie überspringen und dadurch der Niesreflex ausgelöst wird.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, dass Sonnennieser per se einfach lichtempfindlicher sind. Auf jeden Fall ist es so: Der Reflex tritt fast immer nur dann auf, wenn die Betroffenen unvermittelt starkem Licht ausgesetzt sind. Sobald das Auge reagiert, also zum Beispiel sich die Pupillen verengen, hört das Niesen auch gleich wieder auf.

Antwort von Gábor Paál, Leiter der Abteilung Wissenschaft und Bildung im SWR

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SWR3