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In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bleiben die Schulen vorerst geschlossen. In ganz Deutschland sitzen Familien Zuhause und die Kids müssen betreut werden und auch der Schulstoff sollte nicht zu kurz kommen. Homeschooling: So klappt der Unterricht zuhause.

Hilfe aus dem Netz: So geht Schule und Lernen jetzt

Wir haben für dich hilfreiche Seiten und Angebote zusammengesucht – eine Übersicht, die dir helfen soll dein Kind in der Coronavirus-Krise optimal zu unterstützen. Außerdem gibt's Tipps von Experten, wie es mit der Schule Zuhause auch wirklich klappt.

Schule für alle Altersstufen

Mit Planet Schule können Kinder aller Altersstufen problemlos zu Hause lernen, auch in Zeiten von Corona. Dort gibt es Filme, Lernspiele, Simulationen und Apps für alle Fächer. Zu allen Themen finden sich jede Menge spannende Materialien, zum Beispiel zu Vulkanen, Insekten, Energiegewinnung oder zum Mittelalter. Auch für Grundschüler gibt es spezielle Angebote. Darüber hinaus gibt es Planet Schule nicht nur im Netz. Wegen der Schulschließungen strahlt das SWR-Fernsehen die Sendung jetzt auch täglich von 10:45 bis 11:15 Uhr aus.

Schule wegen Corona geschlossen – wir lernen trotzdem!

Screenshot SWR (Foto: Screenshot SWR)
Screenshot SWR

Planet Schule liefert eine gute Übersicht zum Angebot – unterteilt nach Grundschule, ab der 5. Klasse und ab der 8. Klasse. Hier geht es neben Inhalten auch um Medienkompetenz.

Wann läuft was für mein Kind im Fernsehen?

Es gibt eine praktische Übersicht zum multimedialen Schulfernsehen und auch ARD-weite Lernangebote für Schüler. Noch mehr Lernangebote findet ihr in der ARD Mediathek.

Zuhause lernen während Corona – nach Schulfächern sortiert

Bei Planet Wissen gibt es viele verschiedene spannende Themen, sortiert nach den jeweiligen Unterrichtsfächern – von Biologie, über Chemie, Ernährungslehre und sogar Sport, sind fast alle Schulfächer vertreten.

Lernen mit Youtube-Videos

Fast die Hälfte der 12- bis 19-Jährigen nutzen Youtube-Tutorials, um Schulstoff nachzuholen und sich auf Prüfungen vorzubereiten. Der große Vorteil: Die Videos sind unterhaltsam, leicht verständlich und grafisch schön gestaltet. Außerdem ist es vielleicht auch ab und zu mal eine gute Abwechslung zu den vielen Arbeitsblättern, die aktuell bearbeitet werden müssen.

Kindern das Coronavirus erklären

In kurzen, lustigen Clips beschäftigen sich die kleine Elli und ihr Freund Cosmo, die Computermaus, mit Fragen rund um Corona, die Kinder bewegen. Zum Beispiel: Wie bekämpft man Langeweile, wie geht man mit Wut um, der eigenen und der der anderen, wieso ist der Spielplatz abgesperrt, muss man auch ohne Lehrer lernen und wie kann man trotz Corona Spaß haben?

Schnelle Tipps für Eltern: So klappt Schule zuhause

Die Experten der Initiative „Schau hin“ empfehlen:

  1. Es kann helfen, sich an den bekannten Strukturen zu orientieren. Also zum Beispiel der immer gleich bleibende Unterrichtsbeginn oder nach 45 oder 90 Minuten eine Pause zu haben. Auch ein Fächerwechsel kann hilfreich sein.
  2. Stundenplan erstellen – angepasst an die Tages- und Wochenplanung.
  3. Je nach Alter kann das Kind entweder selbständig arbeiten oder man erklärt neue Inhalte und löst Aufgaben gemeinsam. Je klarer und transparenter die Vorgehensweise gleich von Beginn an ist, umso besser lassen sich Routinen etablieren.
  4. Auch wenn die Kinder dich nicht als vollwertige Lehrer*innen akzeptieren, locker bleiben. Nicht zu viel verlangen und die Chance für das Zusammensein nutzen.

Positiv denken: Optimismus kann man lernen

Homeschooling – Lehrer und Elternsprecher im SWR3 Interview

Lehrer müssen lernen das richtige Pensum zu finden.  

Gesamtschullehrerin Heike Hofmann aus Salmtal im SWR3 Interview

Gesamtschullehrerin Heike Hofmann aus Salmtal hat mit ihren Kollegen Angebote für Zuhause koordiniert und organisiert. Von der Homepage der Schule sollen sich die Schüler einmal in der Woche ihre Aufgaben und Unterrichtsmaterialien runterladen. Man müsse aber auch Verständnis für die Eltern haben, die sagen: Wir kriegen das nicht koordiniert. Lehrer müssen flexibel sein. Mit weniger anfangen, bevor man die Kinder überlastet.

Man übersieht oft, dass der PC ein Spielgerät für die Kinder ist und kein Arbeitsgerät. Allerdings sei genau das zu trainieren auch die Chance, die Lehrer und Schüler darin sehen können.

Gefühlte 80 % der Eltern haben sich beschwert, dass die Schüler überfordert sind.

Der Landes-Elternsprecher für Rheinland-Pfalz ist Reiner Schladweiler hat mehr als 1000 Rückmeldungen bekommen. Das Ergebnis: Gefühlte 80 % der Eltern haben sich beschwert, dass die Schüler überfordert sind. Sein Tipp auf die Schnelle: „Zurückfahren mit den Hausaufgaben. Das kommt jedem entgegen.“ Das Problem sei, dass häufig allein innerhalb einer Schule verschiedene Systeme genutzt werden und es wenig Absprachen gibt. Auch haben die Kinder oft zwar ein Handy, aber keinen PC oder Laptop zum Arbeiten.

Zurückfahren mit den Hausaufgaben. Das kommt jedem entgegen.

Reiner Schladweiler Landes-Elternsprecher Rheinlan

Das sagen Eltern und Schüler aus SWR3 Land zu Homeschooling

Maria aus Backnang:

Das Problem ist, die Kinder bekommen nur Aufgaben zum abarbeiten, aber es nicht erklärt, wie es beim Unterricht normalerweise passiert! Das hat doch mit Selbständigkeit nix zu tun.

Claudia aus Pforzheim:

Die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Lehrer und Lehrerinnen, die mit Augenmaß und Verständnis Aufgaben verschicken sind momentan echte Schätzchen!! Als dreifach Mutter nur eine klitzekleine Anmerkung: liebe Lehrer, überhäuft uns nicht und kündigt nicht schon die ersten Arbeiten nach „Corona“ an. Die Kids sind echt fleißig und werden sich auf die Schulöffnung sogar freuen: also - Motivation erhalten!

Andreas aus Kaiserslautern:

Zum Thema Homeschooling: Wir haben als Patchworkfamilie vier Kinder in drei Schulen. Ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll, wenn alle Kids online Unterricht erhalten sollen. Wir haben weder die Räumlichkeiten noch die technische Ausstattung. Ich hoffe, dass dieses Thema im Nachgang in Deutschland mal komplett und möglichst einheitlich geregelt wird.

Marco aus Stutensee:

Großes Lob und ein Fettes Dankeschön an die Lehrer der Turmbergschule in Weingarten. Ich habe zwei Jungs die dort zur Schule gehen und deren Lehrer geben sich echt Mühe in der Zeit die Jungs zu unterrichten, sei es über ne App oder via Internet. Ein Lehrer hat so gar einen YouTubekanal aufgemacht.

Kerstin aus Nürtingen:

Hallo zusammen, ja, ich finde auch im Homeschooling muss ich meinem Kind helfen. Mache ich aber sonst auch, ist ja auch mein Job! Nebenher arbeite ich. Unsere Schule ist supergut aufgestellt und es klappt prima mit Ipads, Klassenkonferenzen, Chats etc. Die Lehrer sind immer erreichbar und das finde ich unfassbar gut! Dass wir überhaupt die digitalen Möglichkeiten heute haben, ist doch einfach unglaublich toll. Nicht immer nur jammern bitte.

Thomas, Lehrer aus Backnang:

„Ein Lehrer ist mehr als diese Wissensvermittlung. Ein Schüler von mir hatte als Hausaufgabe in Medienbildung: Füge ein Foto in ein Worddokument ein. Und auf diesem Foto hat er ein Schild in der Hand auf dem Steht: Ich vermisse Medienbildung und Herr Kunz. Von Paul. (…) Da bricht was weg- Das ist für uns alle psychisch eine irrsinnige Belastung.“

Ariane aus Winnenden:

Also mein Sohn ist Lehrer und arbeitet jeden Tag stundenlang, um für seine Schüler Aufgaben zu erstellen. Er ist stets erreichbar für seine Schüler und die Eltern. Ich möchte hier mal ein ganz großes Lob an alle Lehrer aussprechen denn für sie ist das eine sehr belastende Situation

Klarissa aus Baden-Baden:

Ich bin in der 9. Klasse und in meiner Schule in Baden-Baden kriegen wir jeden Tag neue Aufgaben, also an dem Tag, an dem wir auch normalerweise das Fach hätten. Manchmal eher viele und dann wieder wenige. Wir kriegen unsere ganzen Schulmateralien über eine App und die Lehrer sind fast immer erreichbar. Wir haben jeden Dienstag eine Mathe Skypekonferrenz und am Montag haben wir eine Gemeinschaftskunde Konferrenz. Manche Lehrer haben einen Podcast auf Youtube hochgeladen oder auch Erklärvideos. Die Lösungen der Aufgaben kriegen wir dann immer eine Woche, nachdem wir die Aufgaben bekommen haben. Das klappt sehr gut und es ist sehr angenehm.

Claudia aus Emmendingen:

Meine Tochter ist 12 Jahre alt, wir haben alle Aufgaben ausgedruckt, es ist sehr viel. Ich bin Dienstag und Donnerstag zuhause. Meine Tochter denkt sie hat Ferien. Bei uns klappt es überhaupt nicht.... Wir sind noch in der Hälfte des ersten Wochenplans.

Abby, Abiturientin:

Wir müssen und alles selbst beibringen und mir fehlt vollkommen der Bezug zum Thema. Alle Arbeitsaufträge sind bloß leere Aufgaben für mich. Wünsche mir den Unterricht zurück.

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