Erik Flügge findet: Die Kirchensprache muss zeitgemäßer und alltagstauglicher werden. Genau DAS versucht Theologe Peter Kottlorz jeden Tag in den Kirchen-Beiträgen „Worte & Gedanken“, die bei SWR3 zu hören sind. Wie das geht, erzählt er hier.

Dr. Peter Kottlorz, Leiter der Katholischen Rundfunkarbeit; Foto: swr.de

Dr. Peter Kottlorz, Leiter der Katholischen Rundfunkarbeit

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Kottlorz meint den „Jargon der Betroffenheit“, wie Flügge ja die Kirchen-Sprache nennt, wird die Kirche nicht sterben lassen. Aber er empfindet sie auch als altmodisch und fehl am Platz.

Es ist so eine Überbetonung und Überemotionalisierung. Ich fühle mich überpädagogisiert. Da bekomme ich echt die Krätze.

Nicht mit erhobenem Zeigefinger und nicht von oben herab soll es klingen. Denn: Schon die Haltung eines Pfarrers oder Priesters bei einer Predigt, oben auf der Kanzel, meint Kottlorz, zeige ein falsches Bild.

Wenn ich über den Menschen stehe, spreche ich rein räumlich über sie herab und das ist überhaupt nicht meine Einstellung von Religion. Die Male, die ich in der Kirche zu sprechen hatte, da saß ich mitten im Kirchenraum auf einem Stuhl.

Die größte Schwierigkeit sei es, die Menschen mit seinen Geschichten im Radio anzusprechen, die nichts mit Glaube und Kirche am Hut haben.

Trinität – der dreifaltige Gott. Das verstehen doch die meisten Menschen gar nicht.

Laut Kottlorz gibt es ein paar ganz klare Regeln, welche Geschichten wie im Radio erzählt werden dürfen:

Es gibt bestimmte Aua-Formulierungen: Jesus liebt dich. Jesus ist bei dir. Das wirkt auf viele Menschen eher abstoßend. Meinen Kollegen sage ich immer: Ihr redet über nichts, was ihr nicht selbst erlebt habt, gefühlt oder mindestens mitgefühlt habt, weil der Hörer spürt, ob ihr das spürt.

„Worte & Gedanken“ gibt es auch als Podcast:

Radio: Sarah-Luise Mayer, Online: Mirja Raff