Viele gehen in die Kirche, Moschee oder eine Kapelle, um ihren Glauben zu leben. Thorsten Stelter aus Düsseldorf geht auf die Joggingstrecke. Er ist ein Ultramarathonläufer. Seine längste Strecke bisher: 230 Kilometer am Stück. Und wenn er läuft, dann findet er Kraft und innere Ruhe.

„Es ist eine Reise zu mir selbst“

Für diese Reise läuft Thorsten Stelter aus Düsseldorf aber nicht nur einmal um den Block, sondern verdammt viel. Bis zu 180 Kilometer die Woche. Thorsten ist circa zwei Meter groß, hat braunes, welliges Haar, ist 40 Jahre alt und immer auf der Suche nach dem nächsten Ultra-Marathon. Sportlicher Ehrgeiz interessiert ihn dabei aber weniger.

Laufen hat ja auch was Meditatives. Du bist lange in einem langsamen Tempo unterwegs. In einem sehr monotonen Bewegungsablauf, der immer wieder gleich ist. Das sind dann so Momente, wo ich versuche, meinen inneren Frieden zu finden.

„Ich muss nicht in die Kirche gehen, um einen Gott anzubeten“

Thorsten ist christlich geprägt, aber aus der Kirche ausgetreten: „Ich muss nicht in die Kirche gehen, um einen Gott anzubeten. Das kann ich auch zu Hause oder in der Natur machen. Ich glaube allerdings nicht an eine Person, die oben irgendwo auf einer Wolke sitzt und die Fäden in der Hand hält, sondern es ist irgendwas Größeres, was großes Ganzes.“

Die andere Art zu glauben

Seinen Zugang zur Natur, zum Spirituellen und Göttlichen hat er durchs Laufen gefunden. Meditieren und ein achtsamer Lebensstil gehören auch dazu. Er sieht Wälder, Seen, Sonnenuntergänge und postet das auch gerne bei Instagram. Auch bietet er Laufkurse für Menschen mit Depressionen an und organisiert Spendenläufe.

Glauben an sich ist eine schöne Sache für Menschen. Und viele Menschen holen sich in dem Glauben Kraft. Je nachdem wie Menschen ihren Glauben definieren, so sollen sie auch ihren Glauben leben.


Beitrag zum Nachhören

Thorsten Stelter; Foto: SWR3
1:41

ARD Themenwoche

Joggen als Religion: Läufer Thorsten Stelter

Radio: Joschka Heinemann, Online: Mirja Raff