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Viele Menschen sind zur Zeit gestresst, verunsichert oder haben Angst. Deswegen greifen immer mehr zu CBD-Produkten. Der Absatz ist in der Pandemie massiv gestiegen, sagen die Hersteller. Was sicher auch an der massiven Werbung im Netz liegt. Und genau da beginnen die Probleme.

CBD steht für Cannabidiol. Es wird wie Cannabis aus Hanf gewonnen. Der Unterschied ist aber, dass es keine psychoaktive Wirkung haben soll, weil der THC-Anteil extrem gering ist. Deshalb ist es auch legal. Die CBD-Produkte gibt es als Öl oder auch als Lutschpastillen, die in Apotheken inzwischen neben den Hustenbonbons stehen. Viele holen sich das auch im Internet. Und genau das ist eins von drei Problemen bei dem Thema:

Problem 1: Verwirrende Werbeaussagen

Produkte, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden, enthalten immer THC, also die berauschende Substanz. Deshalb ist es auch falsch, wenn CBD-Öle als THC-frei beworben werden. Außerdem gibt es keine verpflichtenden Grenzwerte für THC in Hanfprodukten, sondern nur empfohlene Richtwerte. Und die werden bei jedem zweiten Produkt überschritten, und zwar deutlich. Im Schnitt um das 10.000-fache!

Problem 2: Mögliche Nebenwirkungen

Wer ein CBD-Öl mit zu viel THC nutzt, kann eine berauschende Wirkung spüren, aber auch Schweißausbrüche und Unwohlsein. Weil Studien fehlen, ist auch die Wirkung von sauberem CBD-Öl schwer abschätzbar. Erfahrungsberichte zeigen, dass die einen schon auf wenige Tropfen reagieren, andere wiederum nichts spüren. Und CBD-Öl kann die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen.

Wichtig zu wissen: Selbst durch die enthaltenen (legalen) Mengen an THC, kann es zu positiven Drogentests kommen.

Problem 3: Internet versus Apotheke

Angebote im Internet versprechen oft viel, ohne eine nachvollziehbare Qualität zu bieten. Um unerwünschte Wirkungen und nicht nachvollziehbare Konzentrationen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, CBD-Öle nach Absprache mit dem Arzt auszuprobieren. Der kann auch sagen, welche Produkte sicher über die Apotheke bezogen werden können.

Die Produkte in der Apotheke haben eine PZN. Diese Nummer belegt die Zulassung als Arznei und bietet auch bei Internetapotheken-Käufen Sicherheit hinsichtlich des THC-Wertes.

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