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Der Film Spencer startet heute in den deutschen Kinos. Die Royals werden nicht begeistert von der Verfilmung sein, glaubt ARD-Korrespondentin Gabi Biesinger.

Der Film Spencer zeigt das Weihnachtsfest der britischen Königsfamilie 1991 aus der Sicht von Prinzessin Diana, als ihre Ehe mit Charles schon vor dem Ende war. In diesem Sommer ist der Tod von Diana 25 Jahre her – die damals 36-Jährige starb auf der Flucht vor Paparazzi in einem Straßentunnel in Paris bei einem Verkehrsunfall. Ihr Mythos der „people´s princess“, der „Prinzessin des Volkes“, ist bis heute ungebrochen.

Diana-Porträt: „Vorwurfsvolles Schweigen durchzieht den Film“

Die Königsfamilie selbst wird wahrscheinlich nicht besonders begeistert über das neue Diana-Porträt sein. „Dieser Film möchte Sympathien für Diana erzeugen, wie so viele Filme über sie“, beschreibt die Journalistin und Königshaus-Expertin Katie Nicholl. „Was die Königsfamilie davon hält? Ich denke Charles, William und Harry würden sich wünschen, dass Dianas Andenken in Frieden gelassen wird.“ Den Royals dürften gleich mehrere Dinge am Film Spencer nicht gefallen, glaubt auch ARD-Korrespondentin Gabi Biesinger:

Zum einen die Darstellung der „Firma“, wie die Queen ihre Sippe nennt. Die unendlich wirkende Abfolge von weihnachtlichen Festgelagen, nur unterbrochen von formalen Kleiderwechseln und sonderbaren Traditionen, lässt die Familie ziemlich alt aussehen. Diana ist getrieben, verzweifelt, essgestört – über Essen wird hier Krieg geführt. Vorwurfsvolles Schweigen durchzieht den Film (...).

Spencer feierte Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig

Bei den Filmfestspiele in Venedig, die im vergangenen Jahr im September stattfanden, feierte Spencer seine Weltpremiere. Ein ziemlich großer Auftakt, denn neben der Berlinale und den Filmfestspielen in Cannes gehört das in Venedig zu den drei wichtigsten Festivals der Branche.

Der erste Einblick in den neuen Lady Diana Film Spencer

SWR3-Kinofrau Anna Wollner war in Venedig mit dabei und hat den Film angeschaut:

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Filmfestspiele in Venedig Weltpremiere für „Spencer“ – worum geht's?

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Filmcheckerin Anna Wollner zu „Spencer“ Wie macht sich Kristen Stewart als Lady Diana?

Dauer

Kristen Stewart spielt Lady Diana in Kronberg

Ausgerechnet das hessische Kronberg hat sich die Produktion für den neuen Film über Lady Diana ausgesucht. Filmstar Kristen Stewart, zum Beispiel bekannt durch die Verfilmung der Twilight-Romane, drehte als Lady Diana im Schloss Friedrichshof. Royal ist der Ort zumindest schon mal, es handelt sich nämlich um die ehemalige Residenz der deutschen Kaiserin Victoria. Im Film wird das Schloss wohl den Ort darstellen an dem Lady Diana beschloss, sich von Prinz Charles zu trennen.

Dezember 1991: In der Ehe zwischen dem Prinzen und der Prinzessin von Wales herrscht seit langem Eiszeit. Trotz der wilden Gerüchte über Affären und eine Scheidung wird für die Weihnachtsfeierlichkeiten auf dem königlichen Landsitz Sandringham ein Frieden verhängt. Es wird gegessen und getrunken, geschossen und gejagt. Diana kennt das Spiel. Dieses Jahr wird es eine ganz andere Wendung nehmen.

Die Prinzessin wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden.

So sah es am Drehort aus

SWR3 Reporterin Judith Schneider war an einem der Drehorte von Spencer in SWR3Land unterwegs.

Spencer-Drehort in Kronberg ganz unerwartet

Wenn Hollywood-Schauspieler anreisen und Filme für große Blockbuster gedreht werden, wird oft alles abgeriegelt und abgesperrt, sodass man kaum etwas von den Dreharbeiten mitbekommt. Etwas anders lief es in Kronberg. Da die Pressestelle nur sehr wenig Auskunft gab, könnte man erwarten, dass man vor Ort nicht weit kommt. Aber ganz im Gegenteil: Das Schlosstor war offen und jeder hatte die Chance, um das pompöse Schloss herum zu spazieren. Klar, Flimstars entdeckte man dort nicht, aber es standen durchaus viele große LKWs für das Filmequipment herum, ein Kamerakran war aufgebaut und teilweise standen Gerüste am Schloss, die die Fenster mit großen schwarzen Laken abdunkelten.

Große Drehorte in SWR3Land sind selten

Wenn man Drehorte von großen Filmproduktionen in SWR3Land finden will, muss man schon ganz genau hinschauen. Einer der wohl bekanntesten Filme, der bei uns gedreht wurde, ist Der Name der Rose mit Sean Connery im hessichen Kloster Eberbach. Allerdings ist das schon 35 Jahre her. Etwas neuer, dafür aber auch unbekannter, ist der Horrorfilm A Cure for Wellness, der auf der Burg Hohenzollern bei Tübingen zumindest zum Teil entstanden ist. Ansonsten findet man etwas kleinere, deutsche Produktionen wie What a Man mit Matthias Schweighöfer in Frankfurt oder Rush, ein Film über Niki Lauda im baden-württembergischen Michelbach. So richtig große Blockbuster waren also nur selten bei uns zu finden. Jetzt ist ein neuer dazugekommen.

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