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Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien: 2G oder 3G? Alle haben unterschiedliche Corona-Regelungen. Was darf man wo? Und gibt es Einschränkungen für Kinder?

Stand: 26.11.2021

Grundsätzlich ändern sich alle Rahmenbedingungen derzeit sehr schnell. Wir informieren euch hier so aktuell wie möglich.

Skifahren und Corona in Deutschland

In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten, Skiurlaub zu machen. Sei es im Schwarzwald, den Alpen oder im Bayerischen Wald. Für 2021 / 2022 gilt bei uns aktuell fast überall die 2G-Regel oder 2G Plus. Was bedeutet das? Seilbahnbetreiber dürfen lediglich Menschen befördern, die geimpft oder genesen sind und bei 2G Plus einen aktuellen Test vorweisen können. Kinder von null bis sechs Jahre sowie Schülerinnen und Schüler sind von dieser Regel ausgenommen. Die Maskenpflicht gilt nach wie vor, vor allem in den Skiliften. Einzelne Skigebiete können strengere Regeln erlassen, dazu gleich mehr. Die einzelnen Bundesländer haben hier verschiedene Corona-Bestimmungen:

Traumbilder im Schnee: Snow-Diving in den Morgen. Das ist, warum wir Skifahren und Snowboarden lieben. (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Traumbilder im Schnee: Snow-Diving in den Morgen. Das ist, warum wir Skifahren und Snowboarden lieben. Stefan Scheurer

Skifahren und Corona in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gilt seit dem 15. Oktober 2021 das 2G-Optionsmodell. Wer beispielsweise im Urlaub ein Dampfbad oder eine Sauna besuchen möchte, muss entweder geimpft oder genesen sein. Dabei gibt es keine Ausnahmen für Kinder oder Jugendliche unter 17 Jahren. Ebenso verhält es sich mit den Innenräumen der Gastronomie. Wer in der kalten Jahreszeit die Außengastronomie nutzt, kann hier auch mit einem negativen PCR-Test bewirtet werden. Aber Achtung: Gilt die Alarmstufe in Baden-Württemberg fallen die Möglichkeiten weg, z. B. mit Tests in Restaurants zu gehen.

Wer in Baden-Württemberg ein Hotel für seinen Skiurlaub bucht, sollte auch hier wissen, dass der Impfnachweis geprüft wird. Ebenso können genesene Menschen im Hotel übernachten. Wer weder genesen noch geimpft ist, muss einen negativen Corona-Schnelltest oder einen negativen PCR-Test vorlegen. Aber Vorsicht: Sollte die Alarmstufe ausgerufen werden, ist die Regelung eine andere: Dann müssen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, einen negativen PCR-Text vorlegen und diesen alle drei Tage erneut vorweisen.

Traumbilder im Schnee. (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Auch im Schwarzwald mit den Kindern geht's diesen Winter. Aber mal sehen wie lange. Stefan Scheurer

Skifahren und Corona auf dem Feldberg

Aber Achtung, manche Betreiber haben sich für erweiterte Regeln entschieden. Das Skigebiet am Feldberg im Schwarzwald wird nach derzeitigem Stand mit 2G in die Saison starten, allerdings plus Kinder und Jugendliche. Das heißt, dass alle Geimpften, Genesenen sowie schulpflichtigen Kinder (bis einschließlich 17 Jahre) die Lifte hier benutzen dürfen. Für noch nicht eingeschulte Kinder gilt dies ebenso. Vor der Anfahrt am besten beim Betreiber vorbeischauen.

Skifahren und Corona in Bayern

Es ist kompliziert. Die aktuelle Vorgabe der bayerischen Regierung sieht vor, dass die Skigebiete 2G Plus umsetzen. Das heißt, Geimpfte und Genesene erhalten nur mit aktuellem Test Zugang. Die Kapazität der Lifte wird auf 25 Prozent beschränkt. Hinzu kommt eine FFP2-Maskenpflicht. Und Essen?

Winterurlaub bei Corona (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Gut ist, wenn sich Skifahren bei Corona zeitlich verteilt: Spass im Schwarzwald auch bei Nacht. Stefan Scheurer

Aktuell darf auch in Bayern die Gastronomie ihre Räumlichkeiten öffnen. Dabei gilt eine Maskenpflicht in den Innenräumen. Sobald der Gast am Tisch sitzt, entfällt die Maskenpflicht. Grundsätzlich gilt derzeit 3G+: Überschreitet die Zahl an Neuinfektionen innerhalb von 7 Tagen pro 100.000 Einwohner den Wert von 35, ist der Zutritt zur Gastronomie nur Geimpften, Genesenen oder PCR-Getesteten gestattet. In Skigebieten gilt für Hotels und die Gastronomie aktuell allerdings die 2G-Regel.

In Hotels oder anderen Unterkünften in Bayern gilt Ähnliches. Auch hier ist die Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) entscheidend. Zudem ist der Betreiber einer Übernachtungsstätte dazu verpflichtet, die Kontaktdaten aller Übernachtungsgäste aufzunehmen. Was im eigenen Hotel vor Ort gilt, muss also in jedem Fall beim Betreiber erfragt werden.

Traumbilder im Schnee (Foto: SWR3, Stefan Scheurer)
Skifahren bei Sonne ohne Menschen: Risiko für Corona = 0. Bis zum nächsten Lift... Stefan Scheurer

Skifahren und Corona im Thüringer Wald

Thüringen hat ein Frühwarnsystem entwickelt, das unter anderem auf der 7-Tage-Inzidenz basiert. Nach heutigem Stand gilt überall die höchste Warnstufe. Das bedeutet, in allen Landkreisen gilt wahlweise 2G bzw. 3G+.

Skifahren und Corona in Österreich

Seit Montag, 22.11. geht in Österreich überall nicht mehr viel: Lockdown für alle, 20 Tage sind geplant. Und das galt vorerst auch in Skigebieten. Am Sonntag hat der Nationalrat diese Regelung aber geändert, sie orientiert sich an den Regeln vom letzten Winter. Skigebiete dürfen mit 2G-Nachweis auf die Piste und mit FFP2-Maske in die Gondel. Die Verordnung sieht vor, dass man nur allein oder mit engen Bezugspersonen oder Angehörigen Skifahren darf. Hotels oder die Gastronomie bleiben aber geschlossen.

Die grundsätzlichen Regeln stellen wir hier einmal dar:

Für alle Urlauber, die nicht unter 2G fallen, gilt seit 14.11. bei der Rückkehr nach Deutschland eine Quarantäne-Pflicht, denn Deutschland stuft fast ganz Österreich als Hochrisikogebiet ein.

Konkreter: Wer aus einem Hochrisikogebiet ohne offiziellen negativen Test zurückreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise „freitesten“. Zudem muss man sich bei der Rückkehr anmelden bei Einreiseanmeldung.de. Das „Freitesten“ gilt ausdrücklich nicht für Kinder im Alter bis 12 Jahre. Das bedeutet für sie, dass sie ohne weitere Tests nach 5 Tagen aus der Quarantäne dürfen.

Von der Einstufung als Hochrisikogebiet ausgenommen sind nur einige kleine österreichische Gemeinden, z.B. weil sie als Enklave keinen direkten Zugang nach Österreich haben. Dazu gehört das Kleinwalsertal in Vorarlberg (Gemeinde Mittelberg). Es ist auf der Straße nur über die Region Oberstdorf erreichbar. Auch die im Allgäu liegende Enklave Jungholz, die zu Tirol gehört, ist ausgenommen. Außerdem das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee.

Skifahren mit Kindern bei Corona: Das ist möglich

Vor dem Lockdown sah es so für die Altersgruppe 12 bis 15 aus: neben 2G ist ein PCR-Test Pflicht. Für ältere Kinder ab 15 gilt 2G. Aber Achtung, es gibt auch in Österreich in bestimmten Regionen noch schärfere Regeln, die beispielsweise auch für Kinder ab 6 Tests verlangen. Darüber hinaus gelten natürlich die Rückreiseregeln, s.o.

Skifahren bei Corona in der Schweiz

Die Einreise in die Schweiz aus dem Schengen-Raum ist grundsätzlich für alle möglich, es gilt auch keine Quarantänepflicht. Ungeimpfte/nicht genesene Gäste müssen zwei negative Testresultate vorweisen: eines bei der Einreise in die Schweiz, und eines nach vier bis höchstens sieben Tagen. Alle Einreisenden müssen zudem das Einreiseformular „SwissPLF“ ausfüllen.

In der Schweiz gilt eine Nachweispflicht in den meisten öffentlichen Innenräumen wie Restaurants, Museen und Kinos (ab 16 Jahren). Eine Maskenpflicht gilt nur noch in öffentlichen Innenräumen, wo keine Nachweispflicht gilt – zum Beispiel im Öffentlichen Verkehr oder in Geschäften. Für Hotelbesuche gibt es keine Nachweispflicht, jedoch müssen alle Hotels ein striktes Schutzkonzept vorweisen. Dazu gehört beispielsweise, dass Hotelrestaurants und -bars nur mit dem Zertifikat besucht werden dürfen.

In der Schweiz startet die Skisaison zwar ohne generelle 3G-Regeln, aber es gibt jetzt schon Skigebiete, die auf 2G umschwenken, das erste ist das länderübergreifende Gebiet Ischgl/Samnaun. Auch eine Maskenpflicht gilt nur in geschlossenen Gondelkabinen. Die Regierung hat aber klargestellt, dass sich die Regeln im Laufe der Skisaison auch ändern können, sollte sich die Pandemie-Lage verschlechtern.

Auch haben einige Skigebiete schon angekündigt, dass sie mit den 3G-Regeln funktionieren wollen. Laut dem Verband der Schweizer Seilbahnen stehe es jedem Skigebiet frei, strengere Maßnahmen zu bestimmen.

Skifahren bei Corona in Frankreich

Ähnlich locker wie die Schweiz sieht es derzeit in Frankreich aus. Konkret: Das Vorzeigen eines Zertifikats wird vorraussichtlich nicht erforderlich sein, Masken vor und in geschlossenen Liftanlagen aber schon. Das alles gilt, bis die Inzidenz in Frankreich 200 übersteigt, dann ist eine 3G-Regelung möglich.
Zur Einreise ist derzeit für Ungeimpfte ein Test- oder PCR-Test nötig. Der ADAC informiert aktuell über die Ein- und Ausreiseregeleungen.

Skifahren bei Corona in Italien

Italien berät derzeit, ob sie dem Vorbild Österreichs folgen, und 2G für die Urlauber fordern. Auch hier informiert der ADAC über die aktuellen Regeln. Bis dahin gilt:

  • Benutzung in geschlossenen Liften (Seilbahnen, Kabinenbahnen und Sessellifte mit Kuppel) ist nur mit Green-Pass (Covid-Zertifikat der EU – 3G Regel) möglich.               
  • Kinder unter 12 Jahren müssen kein Green-Pass-Zertifikat vorweisen.  
  • In geschlossenen Liften muss mindestens eine chirurgische Maske getragen werden (ab dem 6. Lebensjahr). 
  • Die maximale Kapazität der Seilbahnen, Kabinenbahnen und Sessellifte mit Kuppel wird auf 80 % reduziert, während alle offenen Lifte zu 100 % besetzt werden können. 

Generell ist die Einreise aus Deutschland ohne Quarantänepflicht möglich. Bei der Einreise wird ein Nachweis benötigt, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Wer keinen 3G-Nachweis vorzeigen kann, muss fünft Tage in Quarantäne. Kinder unter 12 Jahren brauchen einen negativen Testnachweis. Vor der Einreise muss zudem ein Online-Formular ausgefüllt werden.

Je nach epidemiologischer Lage sind Regionen und Provinzen in Italien in vier Kategorien (Zonen) eingeteilt: weiß, gelb, orange, rot – Aktuell sind alle Regionen weiß.

Weiße Zone:

  • Kinos, Theater, Fitness-Clubs, Schwimmbäder, Wellness-Einrichtungen, Restaurants, Bars, Cafés etc. sind offen;
  • für die Nutzung der Innenräume braucht man den Green-Pass – Kinder unter 12 Jahren brauchen keinen Green-Pass, auch Hotelgäste, die im Restaurant „ihres“ Hotels essen möchten, brauchen keinen Green-Pass;
  • Maximal 6 Personen an Tischen in Innenräumen
  • Mundnasenschutz-Pflicht in allen Innenräumen (außer eigener Wohnung) und in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Außenbereichen, nur dort, wo der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann (Beispiel Markt oder Messen)
  • Kinder unter 6 Jahren sind von der Mundnasenschutz-Pflicht ausgenommen

Gelbe Zone im Unterschied zur weißen Zone:

  • Maskenpflicht auch unter freiem Himmel
  • Maximal 4 Personen aus unterschiedlichen Haushalten an Tischen im Außenbereich und in Innenräumen.

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