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Raphael Pi Permantier (Foto: Raphael Pi Permantier/SWR3)

„Nicht ins Schwimmbecken pinkeln, dann färbt sich das Wasser blau!" und „Mücken lieben süßes Blut!“ Zu Sommer, Hitze, Wasser und Sonne gibt es viele Mythen. Aber welche stimmen?

1. Becken-Pinkler können mit Farbstoffen überführt werden

Stimmt theoretisch. Der Aufwand ist sehr groß, aber technisch wäre es möglich Poolpinkler zu überführen. Das sagen zumindest Wissenschaftler der Texas A&M University. Sie haben ein System entwickelt: Zink-Ionen reagieren dabei mit einem Nebenprodukt des Urins und es leuchtet grün. Das Problem: Sichtbar wird das Ergebnis nur dann, wenn Schwarzlichter im Schwimmbad installiert sind.

Selbst Hollywood hat sich des Themas schon angenommen: Im Film „Grown Ups“ (Kindsköpfe, 2010) wird ein Pool-Pinkler im Freibad durch sich dunkelblau verfärbendes Wasser entlarvt. Experten des US-„Water Quality & Health Council“ bezeichnen das Entlarven von pinkelnden Schwimmern mittels farbiger Pipi-Wolke im Wasser als „häufigsten Pool-Mythos aller Zeiten“.

2. Alkohol wirkt bei Hitze stärker

Stimmt. Hitze und Alkohol sind keine guten Partner, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erläutert. Die Experten erklären:

Wenn die Sonne brennt, wirkt Alkohol im Körper schneller und intensiver.

Der Blutdruck sinkt und man fühlt sich müde und schlapp. Das kann zu Kreislaufproblemen oder sogar zur Bewusstlosigkeit führen. Wer Alkohol trinkt und badet, begibt sich zusätzlich in Gefahr. Weil Alkohol die Gefäße weitet, könne man selbst bei einer Wassertemperatur von 20 bis 22 Grad einen Kälteschock erleiden, warnt die BZgA.

3. Wespen sind standardmäßig aggressiv

Falsch. Nur wenn sie sich bedroht fühlen, reagieren Wespen und stechen. Also nicht hektisch werden. Trotzdem können sie natürlich nerven – besonders beim Essen. Am Anfang des Sommers stehen sie übrigens eher auf Fleisch und Proteine, um ihre Larven zu versorgen, am Ende des Sommers eher auf Süßes. Dann gehen Ihnen langsam die Kohlenhydrate aus.

4. Teure Sonnencreme schützt besser

Falsch. Fast jede Sonnencreme im Handel schützt zuverlässig vor UV-Strahlung. Das hat die Stiftung Warentest in einer Untersuchung herausgefunden. Auch die günstigeren Varianten halten die schädlichen UV-Strahlen ab und versorgen die Haut genauso gut mit Feuchtigkeit. Wichtig seien ein hoher Lichtschutzfaktor und gute Hautverträglichkeit, sagt der Dermatologe Reinhard Mrotzek. Voraussetzung für den Schutz ist, dass man genug Sonnencreme verwendet. Ein 1,80 Meter großer Erwachsener braucht nach Angaben des Haut-Experten rund 30 Milliliter Sonnencreme – also zwei Esslöffel, um seinen ganzen Körper richtig zu schützen.

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5. Bei bewölktem Himmel und im Schatten ist Sonnencreme überflüssig

Falsch. Leider. Wolken schützen kaum vor UV-Strahlung: Bis zu 90 Prozent können durchkommen. Im Schatten ist immerhin noch die Hälfte der UV-Strahlung vorhanden. Auch da gilt: Sich vor der Sonne schützen. Beispielsweise mit einem Hut, einer Brille, langer Kleidung und Sonnencreme.

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6. Wenn man auf die Wassermelone klopft, kann man hören wie reif sie ist.

Stimmt. Wenn man mit den Fingerknöcheln gegen die Melone klopft und sie „hohl“ klingt, ist sie reif. Aber auch der Stiel, das Gewicht und der gelbe Fleck verraten wie reif die Melone ist. Wie Du bei Melone, Ananas und Avocado erkennst, ob sie reif sind, liest Du hier.

7. Mücken lieben „süßes“ Blut.

Falsch. Für den Insektenexperten Julian Heiermann ist das ein „Mythos“. Der Zoologe vom Naturschutzbund Nabu erklärt: „Manche Menschen werden aber öfter gestochen als andere“. Das habe vor allem mit dem Duft zu tun:

Im Schweiß ist ein bestimmter Stoff enthalten, der Mücken lockt. Manche produzieren davon mehr.

Ein Forscherteam der London School of Hygiene and Tropical Medicine will unterdessen herausgefunden haben, dass etwa Schwangere und korpulente Menschen mit höherer Körpertemperatur häufiger geplagt sind.

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