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Hier zeigen wir Anzeichen für eine sich anbahnende Trennung oder Streitphase in der Beziehung und wie du sie frühzeitig erkennst. Dabei kann schon ein einzelnes Wort wichtig sein.

  1. Bester Tipp für die Beziehung: Liebe und Selbstliebe!
  2. Sagt ihr statt „Wir“ vermehrt „Ich“?
  3. Verändern sich Körpersignale wie die Stimme?
  4. Macht der Partner oder die Partnerin dicht?
  5. Denkst du oft an jemanden, mit dem es nicht geklappt hat?
  6. Die Antwort auf die Frage „Liebst du mich?“ fällt schwer?

Wer in einer dauerhaften Beziehung ist, über Jahre ausschließlich streitfrei und glücklich zusammenlebt und bei wem es noch niemals auch nur ein kleinwenig kriselte, möge uns bitte eine Nachricht schreiben. Für alle anderen gilt: Die meisten Partnerschaften kommen früher oder später an einen Punkt, an dem es ein bisschen knirscht, das ist völlig normal und nicht gleich ein Grund, in Angst zu verfallen und eine Trennung zu vermuten. Trotzdem kann es hilfreich sein, auf frühzeitige Warnsignale zu reagieren, um nachzusteuern und wieder zueinander zu finden – oder eben auch, um festzustellen, dass es tatsächlich besser ist, getrennte Wege zu gehen.

Bester Tipp für die Beziehung: Liebe und Selbstliebe!

Wir wollen dich ermutigen, dich auch mit den schwierigen Phasen einer Partnerschaft auseinanderzusetzen, um bestenfalls gestärkt aus den Herausforderungen hervorzugehen. Das kann vor allem dann gelingen, wenn man aufmerksam für die Belange des Partners oder der Partnerin und aber vor allem auch für die eigenen Bedürfnisse ist: Stichwort Selbstliebe.

Selbstliebe und Selbstsorge war ein wichtiges Thema in der SWR3-Beziehungsshow „Wenn Liebe zur Gewohnheit wird“. Hier haben wir mit Experten darüber gesprochen, was wir tun können, damit die Liebe nicht im Alltag versinkt:

Das Allerwichtigste ist, dabei auf sich und die eigenen Gefühle zu achten. Das ist nicht Egoismus, auch wenn sich das erst einmal so anhört, sondern Selbstsorge. Das sollte auch in der Paarbeziehung an erster Stelle stehen.

Hier kannst du die komplette Folge anhören:

Liebespaar küsst sich (Foto: imago/Photocase/PhotoAlto, Collage: SWR3)

SWR3 Beziehungsshow Wenn Liebe zur Gewohnheit wird

Dauer

5 Warnsignale in einer Beziehung – bahnt sich eine Trennung an?

Da wir das Wichtigste vorab nun geklärt haben, gibt es hier jetzt die Warnsignale, auf die du in einer Beziehung gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin achten und reagieren solltest.

1. Sagt ihr statt „Wir“ vermehrt „Ich“?

Der Klassiker in einer Beziehung: Aus einem „Ich“ wird ein „Wir“, was insbesondere Singles beim Zuhören auch manchmal echt nerven kann. Aber was passiert, wenn aus einem „Wir“ wieder vermehrt ein „Ich“ wird? Eine US-Studie hat gezeigt, dass Paare, die sich trennen, tatsächlich schon bis zu sechs Monate vorher anfangen, ihre Sprache diesbezüglich zu ändern. Wenn also der Partner oder die Partnerin in der Wortwahl auffällig oft ein „Ich“ statt ein „Wir“ formuliert, kann das ein Grund sein, miteinander ins Gespräch zu gehen und sich zu fragen, ob es Probleme gibt, die man zusammen bearbeiten sollte.

Hinter der Studie stecken Forscher der Princeton University. Sie haben ihre Ergebnisse anhand des Social-Media-Verhaltens von Reddit-Nutzern erhoben. Es wurden Textanalysen von über einer Million Posts von mehr als 6.000 Reddit-Nutzern durchgeführt. Über mehr als zwei Jahre haben die Forscher persönliche Geschichten rund ums Thema Trennungen, aber auch Posts zu anderen Lebensbereichen, ausgewertet. Die Erkenntnis: Bereits ein viertel bis halbes Jahr vor einer Trennung festigen sich bei vielen Menschen Wörter wie „Ich“ im Vergleich zu dem in vielen Partnerschaft sonst häufiger gebrauchten „Wir“.

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2. Verändern sich Körpersignale des Partners, wie die Stimme?

Streit und ein falscher Umgang damit gilt als einer der Haupttrennungsgründe in Beziehungen. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem ein Forscherteam rund um den Psychologen John Gottman, der sich über 40 Jahre lang an der University of Washington in Seattle mit den Hauptauslösern für Trennungen beschäftigt hat. Er stellte fest, dass es für Paare häufiger ein Grund sei, sich wegen mangelnder Streitfähigkeit zu trennen, als wegen eines Seitensprungs. Dabei ist ein wichtiger Faktor, dass man wertschätzend mit Differenzen umgeht – also auch im Streit den Respekt gegenüber dem Partner oder der Partnerin bewahrt.

Eine Langzeitstudie der Universtität Braunschweig zeigte zudem, dass sich infolge von Streits in der Partnerschaft auch Körpersignale verändern: Bei den untersuchten Frauen veränderte sich die Stimmfrequenz, bei Männern wurde das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet. Die Untersuchung, in der elf Jahre lang 68 Paare begleitet wurden, zeigte, dass der Körper schon lange vor einer Trennung diese Signale sendete. Dies läge daran, dass Konflikte besonders emotional ausgetragen würden und sich so auch auf den Körper auswirkten, noch bevor die Paare das Problem der nicht gelösten Streits selbst realisierten.

3. Macht der Partner oder die Partnerin bei Konflikten dicht?

Stonewalling nennt sich das Phänomen, bei dem Partner statt miteinander Konflikte zu lösen, konstruktiv zu streiten und zu reden, eher dichtmachen und abblocken. Paar-Therapeut Eric Hegmann hat für den Podcast Doktorspiele mit uns gesprochen. Er empfindet das „Mauern“, wie es umgangssprachlich oft genannt wird, zumeist als Hilflosigkeit in der Beziehung:

Mauern passiert in den meisten Fällen nicht aus Absicht, sondern aus Hilflosigkeit. Derjenige oder diejenige, die mauert, die ist fast immer von Emotionen überflutet und eigentlich in so einer Schockstarre.

Da es eine Grundlage für funktionierende Beziehungen ist, auch Konflikte miteinander zu lösen und Differenzen zu überbrücken, ist es wichtig, gegen das Stonewalling anzugehen und es nicht zur anerkannten Beziehungsstrategie werden zu lassen. Klar, das ist Arbeit – und die wenigsten von uns haben Konfliktkompetenz in der Schule gelernt...

#Kommunikationskompetenz sollte ein Schulfach sein: Menschen würden u.a. bei Konflikten lernen, wie sie klar und deutlich in der #Sache sein können sowie zugleich anerkennend und wertschätzend in der #Beziehung zueinander bzw. der jeweils anderen #Person gegenüber.

Aber: Wir können jederzeit damit anfangen. Hier gibt es ausführliche Tipps, wie man das Problem Stonewalling gemeinsam lösen kann:

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4. Denkst du oft an jemanden, mit dem es nicht geklappt hat?

Ein weiteres Warnsignal, dass in der Beziehung etwas nicht so gut läuft: Wenn die Gedanken weg vom Partner oder der Partnerin hin zu jemandem wandern, der oder die in deinem Leben einmal eine große Rolle gespielt hat. Warum ist daraus nichts geworden? Was wäre, wenn man sich wiedertreffen würde?

Einen sogenannten Backup-Partner haben tatsächlich viele Menschen. Jemand, bei dem vielleicht nur die Umstände verhindert haben, dass man zusammen gekommen wäre. Beziehungscoach Emanuel Albert hat im Interview mit SWR3 über dieses Phänomen gesprochen und hält solche Gedanken für Beziehungsgift.

Für eine gesunde Beziehung ist es leider ein Störgeräusch. Es ist wie ein Unkraut, das neben der gesunden Pflanze wächst und Nährstoffe klaut, Wasser und Licht klaut. Das heißt, für viele Beziehungen ist das eine Bedrohung. Und wenn eine Beziehung in eine schwere Phase kommt, trennen sich solche Leute teilweise leichter, weil sie ja eben diesen Backup-Partner haben.

Wenn man merkt, dass man an einem solchen Backup-Partner oder einer -Partnerin hängt, sei es wichtig, loszulassen. Tipps dazu findest du in diesem Artikel:

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Da ist dieser eine Mensch, mit dem es nie zu einer Beziehung gereicht hat – den du aber auch nie ganz vergessen hast. Ein Beziehungscoach gibt Tipps für den Umgang damit.  mehr...

5. Die Antwort auf die Frage „Liebst du mich?“ fällt schwer?

Oft bahnen sich Trennungen schon an, lange bevor sie wirklich anstehen. Das hat auch etwas damit zutun, dass niemand sich gerne trennen möchte – schließlich hat man an die gemeinsame Partnerschaft ja einmal geglaubt und jemanden wirklich geliebt. Wenn aber die Antwort auf die Frage „Liebst du mich?“ schwerfällt, ist das ein Anzeichen dafür, dass gerade etwas nicht stimmt. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass nichts mehr zu retten ist, aber offenbar gibt es da eine Unzufriedenheit, die es erschwert, sich gegenseitig die Liebe zu bestätigen. Wichtig ist, nicht sofort Vorwürfe zu machen, sondern miteinander über die Gründe zu sprechen. Was fehlt dem anderen oder einem selbst? Wie können beide gemeinsam daran arbeiten, die Löcher zu stopfen, die sich in die Liebe gefressen haben?

Experten empfehlen auch immer wieder, keine Angst davor zu haben, sich als Paar Hilfe zu holen, wenn man zu zweit einfach nicht mehr weiterkommt. Oft kann ein Blick von außen helfen, insbesondere, wenn Paare aneinander vorbeireden oder sich in bestimmten Verhaltensmustern festgefahren haben. Um eine neue Perspektive ins Gespräch zu bringen, können Freunde helfen, aber eben auch professionelle Paar-Beratungen. Tatsache ist: Viele Krisen lassen sich gemeinsam bewältigen – und ganz sicher ist es die Liebe oft wert, dass man um sie kämpft.

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