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AUTOR/IN
Daniel Isengard
SWR3

Mit 26 Jahren ist er einer der Top-Modeblogger in Amerika. Marcel Floruss aus Stuttgart hat sich in der Modehauptstadt New York einen Namen gemacht – aber nicht auf dem Laufsteg, sondern bei Instagram. Fast 400.000 Follower hat er. Da kann das zweite Schlafzimmer schon mal zum Kleiderschrank umgebaut werden.

Schon als Kind modeinteressiert

Die Liebe zu schönen Klamotten hat bei Marcel schon sehr früh angefangen. Schon mit 13 achtete er genau auf seine Outfits – auch darauf, wie sich seine Schulfreunde anziehen. Seine Mutter hat ihm in seine Art, sich zu kleiden glücklicherweise nie reingeredet. Auch wenn die Freunde in der Schule ihn schon darauf ansprachen, dass seine Uhr ja sogar zum Rest der Kleidung passen würde.

Ich habe viel experimentiert, meinen Pfad gefunden und die Leute haben angefangen, mich anders zu behandeln.

Marcel Floruss (Foto: © 2017 ONE DAPPER STREET)
Marcel Floruss aus Stuttgart hat sich in der Modehauptstadt New York einen Namen gemacht. © 2017 ONE DAPPER STREET

Die Mode und die Art sich zu kleiden, haben ihm geholfen, Selbstvertrauen und sich selbst zu finden. Um sich die Mode zu finanzieren, hat Marcel schon zu Schulzeiten gejobbt. Nach dem Abi wurde er professioneller Tänzer – das führte ihn dann auch nach New York.

One Dapper Street und die Rückkehr nach New York

Nach einem dreiwöchigen Tanzkurs dauerte es nicht lange, da zog es Marcel wieder zurück nach New York. Er studiert Modemarketing am Fashion Institute of Technology. 2013 startet Marcel den Blog One Dapper Street. „Dapper“ heißt im Deutschen „adrett“ – ein Wort, mit dem Marcel oft beschrieben wurde. Zusätzlich zum Blog entstand irgendwann Marcels Instagram-Account, mit schnell wachsenden Follower-Zahlen. Modefirmen wollen mit dem Stuttgarter zusammenarbeiten, schenken Marcel Klamotten und bezahlen ihn dafür, dass er sich in den Outfits fotografiert.

„Ich nehme mich selbst nicht so ernst“

Instagram ist für Marcel ein Kanal, auf dem er auch mehr er selbst sein kann, verriet er im Interview mit SWR3-Moderator Kristian Thees. „Dort finde ich das Selbstvertrauen, einfach ich selbst zu sein. Da sage ich: So bin ich, Leute. Entweder ihr mögt mich oder ihr mögt mich nicht – und wenn ihr mich nicht mögt, dann ist das auch ok“. Der Stuttgarter sagt, er nimmt sich selbst auch nicht so ernst – und das möchte er auch zeigen. „Ich teile eh gerne, was ich mache und bin grundsätzlich ein gut gelaunter Kerl“. Diese Art scheint bei seinen Followern und auch insgesamt gut anzukommen.

Marcel Floruss (Foto: © 2017 ONE DAPPER STREET)
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Katapult-Achterbahn Blue Fire © 2017 ONE DAPPER STREET Bild in Detailansicht öffnen
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„Einer der am besten angezogenen Männer auf Instagram“

Marcel selbst sieht sich nicht als Trendsetter. Er schaut sich die Leute und die Trends auf der Straße an und integriert bestimmte Sachen dann in seine eigenen Outfits. „Nicht langweilig, aber auch nicht ganz vorne dabei“, sagt der 26-Jährige über seinen eigenen Stil. Dieser eigene Stil bedeutet: Designerstücke mit günstigen Teilen kombinieren. Das kommt gut an. Die Huffington Post bezeichnete Marcel als einen der „am besten angezogenen Männer auf Instagram mit einem der einflussreichsten männlichen Profile“. Für diesen Status arbeitet der 26-Jährige aber auch rund um die Uhr.

Das gute Bild versaut viele schöne Momente

Für seine Fans auf Instagram ist Marcel immer auf der Suche nach dem perfekten Bild. „Ich stehe auf und arbeite und ich gehe ins Bett und arbeite“, beschreibt der Blogger seinen Alltag. Er weiß, wann seine Follower auf einen neuen Post warten und analysiert das immer wieder aufs Neue. Auf der Jagd nach dem bestmöglichen Bild habe sich der Stuttgarter selbst schon viele schöne Momente verdorben, weil er in solchen Momenten oft gestresst war. Inzwischen hat sich Marcel an diesen Stress gewöhnt. Außerdem arbeitet er inzwischen effizienter, erklärt der 26-Jährige. Doch auch wenn Marcel im Vergleich zu den weiblichen Kollegen noch relativ wenige Follower hat, von seinen Fotos kann er inzwischen „sehr gut leben“ – unter den männlichen Modebloggern in den USA gehört Marcel zu den Top 3. Für 2018 hat sich der Stuttgarter vorgenommen, seinen Youtube-Kanal auszubauen und mehr Videos zu machen. An Weihnachten besucht Marcel übrigens die Familie zuhause – bleibt zu hoffen, dass ihm diese Tage nicht auch versaut werden, durch die Jagd nach dem besten Bild.

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