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Sandra Tiersch (Foto: SWR3)

„Gaffen tötet!“ – Diese Botschaft wird zukünftig Schaulästigen auf ihrem Smartphone angezeigt, wenn sie Unfallopfer fotografieren wollen. Möglich machen soll das ein einfacher Techniktrick.

Schaulustige bei Unfällen sind nicht lustig. Schaulästige, wie sie SWR3 mittlerweile nennt, verletzen die Privatsphäre von Unfallopfern, stören Rettungskräfte bei ihrer Arbeit und behindern oder versperren Rettungsgassen.

Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod.

Jörg Lüssem, Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe

Behindern Gaffer vorsätzlich Einsatzkräfte oder fotografieren Verletzte oder Tote, gilt das mittlerweile als Straftat und kann mit Bußgeldern oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Bei einem Unfall Verletzte fotografieren? So ertappen sich Gaffer selber bei der Tat!

Die Johanniter in Berlin versuchen nun mit einem Pilotprojekt Aufmerksamkeit und Bewusstsein für das Gaffer-Problem zu schaffen. Wem das Zücken des Smartphones an einer Unfallstelle keine Gewissensbisse verursacht, dem wird beim Fotografieren eines Rettungseinsatzes auf seinem Smartphone jetzt eine klare Botschaft eingeblendet: Gaffen tötet!

Rettungswagen und Ausrüstung werden mit QR-Codes beklebt

Die Idee kam von einer Werbeagentur und ist eigentlich ganz einfach: Rettungsfahrzeuge und Notfall-Equipment werden per Folie mit QR-Codes beklebt. Sobald dieser Code in den Sucher einer Smartphone-Kamera gelangt, wird automatisch eine Verlinkung hergestellt, und auf dem Display erscheinen die Worte: „Gaffen tötet“. Das soll erstmal die Aufnahme unmittelbar verhindern, aber dem Filmenden auch bewusst machen, dass das was er tut, nicht in Ordnung ist und strafbar.

Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird.

David Kreuziger vom Landesvorstand der Johanniter in Berlin/Brandenburg

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