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Judith Schneider (Foto: SWR3)

Nachts alleine nach Hause laufen – alleine der Gedanke daran, sorgt bei vielen für ein mulmiges Gefühl. Sogenannte Heimweg-Apps können helfen.

Das Grundprinzip:

Alle getesteten Apps sind kostenlos und funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Wer sich unsicher fühlt, wählt in der App einen 'Begleiter' aus. Das kann zum Beispiel ein Freund sein, der auch die gleiche App hat und einen dann virtuell auf einer Karte verfolgt. Ist man sicher zu Hause angekommen, wird der Begleiter informiert. Kommt es zu brenzligen Situationen, bieten die Apps verschiedene Möglichkeiten. Generell gilt: Wenn man kein Netz hat, funktionieren sie nicht. Die Einzelheiten:

1. App „Kommgutheim“

Kommgutheim App (Foto: Screenshot Kommgutheim-App)
Screenshot Kommgutheim-App

Wie fast in jeder Heimweg-App, muss man Leute finden, die die gleiche App installiert haben und einen dadurch verfolgen können. Sich mit jemandem neu zu verbinden funktionierte bei Kommgutheim während des Tests nicht besonders intuitiv. Hat man es aber geschafft, kann man auch mehrere Personen per Pushnachricht anfragen, ob sie einen begleiten – eine Funktion, die andere Apps nicht anbieten. Nehmen die Personen die Anfrage an, sehen sie die Geschwindigkeit und die Strecke, die man schon gelaufen ist. Nachteil: Wer sich in einer Notfallsituation befindet, kann das anscheinend weder den Freunden mittteilen, noch mit einem Knopfdruck einen Notrufservice kontaktieren. Der Notfallservice ist bei Kommgutheim kostenpflichtig.

Fazit: Um ein kleines Gefühl von Sicherheit zu bekommen, kann die App hilfreich sein. In brenzligeren Situationen bietet sie allerdings keine weiteren kostenlosen Möglichkeiten.

2. App „Vivatar“

Vivatar App (Foto: Screenshot Vivatar-App)
Screenshot Vivatar-App

Wie viele andere Apps verlangt auch Vivatar Zugriffserlaubnis für viele Funktionen im Smartphone: Audio, Video, SMS etc. Allerdings bekommt man hier eine kurze Erklärung, wofür diese Sachen gebraucht werden und fühlt sich besser informiert. Einen Begleiter hinzuzufügen war auch hier etwas kompliziert. Hat man das aber geschafft, wurde der ausgesuchte Kontakt ebenfalls per Pushnachricht über die Begleit-Anfrage informiert. Die Möglichkeit, mit dem Begleiter über die App zu schreiben oder zu telefonieren, gibt es auch. Eine Besonderheit: Fühlt man sich unsicher, kann man einen Notknopf drücken, der einen Countdown auslöst. Reagiert man innerhalb von zwei Minuten nicht, ruft die App automatisch den Begleiter an. Kostenpflichtig kann man einen professionellen Notruf in Anspruch nehmen, der im Notfall die Rettungskräfte informiert.

Fazit: Hat man es geschafft einen Begleiter hinzuzufügen, fühlt man sich vor allem durch die Möglichkeit, einen Notrufcountdown auszulösen, etwas sicherer.

3. App „Wayguard“

Wayguard-App (Foto: Screenshot von Wayguard-App)
Screenshot von Wayguard-App

Wayguard funktioniert im Grunde gleich, bietet aber einen entscheidenden Vorteil: Hat kein Freund Zeit, Begleiter zu sein, kann man sich von dem Wayguard-Team begleiten lassen. Hier soll eine 24-Stunden-Hilfe garantiert sein. Außerdem kann man sich sowohl mit dem Freund als Begleiter, als auch mit dem Wayguard-Team schriftlich oder telefonisch in Verbindung setzen. Kommt es zu einer gefährlichen Situation, leiten das Team alle relevanten Infos direkt an die Polizei oder den Rettungsdienst weiter. Alle Dienste sind kostenlos. Ein weiterer Vorteil: Fragt man jemanden als Begleiter an, vibriert das Handy so lange, bis dieser auf die Anfrage reagiert.
Fazit: Eine absolut zu empfehlende App, die in jeder Situation passende Möglichkeiten bietet.

Datenschutz

Viele Apps wollen zum Beispiel auf Kontakte, Kamera, SMS etc. zugreifen. Damit sie funktionieren, muss man das auch erlauben. Aber ist ja klar: Wer geortet werden will und im Notfall Hilfe bekommen soll, der muss auch einiges preisgeben.

Die App-Alternative: Das Heimwegtelefon

Will man keine App installieren, gibt es es eine telefonische Alternative. Beim Heimwegtelefon (030/12074182) erreicht man abends und nachts ehrenamtliche Mitarbeiter, die den aktuellen Standort aufnehmen und durch ein Gespräch etwas Sicherheit vermitteln. Im Notfall kontaktieren sie auch Rettungskräfte.

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Judith Schneider (Foto: SWR3)

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