Der Flyer des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin liest sich wie die Ausschreibung für einen Traumjob: 10.000 Euro Aufwandsentschädigung für 30 Tage im Bett liegen.

Vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin werden Teilnehmer für eine Bettruhestudie gesucht, um Effekte der Schwerelosigkeit auf die Bewegung und Verteilung von Flüssigkeiten im Gehirn und den Augen zu erforschen. Dafür müssen die Teilnehmer zwischen September und Dezember 2017 30 Tage liegen – sie erhalten dafür 10.000 Euro an Aufwandsentschädigung und helfen nebenbei der Forschung, neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Wie das Ganze dann aussehen kann, zeigt ein Bild von einer früheren Bettruhestudie im Herbst 2015:

Untersuchungen und Tests

Aber es geht bei der Studie nicht nur darum, einfach zu Hause im Bett zu liegen. Die Probanden liegen im Institut in speziellen Betten, in denen sie mit dem Kopf sechs Grad nach unten geneigt werden. Die CO2-Atmosphäre in ihrem Zimmer wird erhöht. Im Vorfeld des Tests müssen sie zudem zwei Wochen lang zahlreiche Untersuchungen und Tests durchlaufen. Außerdem müssen sie nach der Liegephase erneute Tests und ein Aufbauprogramm absolvieren.

Und liegen die Probanden erst einmal im Bett, dann müssen sie dort auch bleiben. Waschen, essen, Toilettengänge – alles wird dort passieren müssen. In der gesamten Zeit dürfen die „Testastronauten“ auch nicht besucht werden – insgesamt verbringen sie rund 60 Tage im Institut.

Ständiges Liegen verändert unseren Körper

Friederike Wütscher von der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts für Luft und Raumfahrtmedizin gab gegenüber Mannheim24 an, dass solch eine Studie für gesunde und fitte Menschen nicht gefährlich sei. Bereits in anderen Studien mussten Teilnehmer bis zu 60 Tage das Bett hüten und es gab keine Probleme.

Aber natürlich hat die Studie schon Auswirkungen auf die einzelnen Teilnehmer: Langes Liegen verändert unseren Körper. Flüssigkeiten verteilen sich anders, Muskeln und Knochen verändern sich oder werden gar abgebaut. Und genau diese Veränderungen wollen die Wissenschaftler erforschen, um ihre Astronauten darauf vorzubereiten oder Techniken zu entwickeln, dem entgegen zu wirken.