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Die Bundesnetzagentur hat den Weg für die Auktion der 5G-Frequenzen frei gemacht. Gibt es damit demnächst superschnelles mobiles Internet in Deutschland?

Worum geht es?

Es geht um die Vergaberegeln für die Auktion der 5G-Frequenzen im Frühjahr 2019. Die Bundesnetzagentur bestimmt mit diesen Regeln das Ausmaß des künftigen Mobilfunkausbaus für das ultraschnelle mobile Internet 5G – also zum Beispiel wo ausgebaut werden soll und wie stark.

Was kann 5G?

5G ist die nächste Generation des mobilen Internets, die bis zu 200 Mal so schnell sein soll, wie das heutige LTE. Als Beispiel: Ein Kinofilm in HD-Auflösung lässt sich im besten Fall innerhalb einer Sekunde aufs Smartphone laden. Das ist aber nicht nur zum surfen toll, vor allem für selbstfahrende Autos gilt 5G als Schlüsseltechnologie. Denn wenn davon große Stückzahlen auf unseren Straßen unterwegs sind, die allesamt mit dem Internet und untereinander kommunizieren, kommen Datenmengen zusammen, die mit den bisherigen Standards einfach nicht zu bewältigen sind.

Wo gibt es dann in Zukunft noch Funklöcher?

Im ersten Schritt sieht es danach aus als ob ländliche Regionen auch bei 5G zunächst den Kürzeren ziehen würden. Denn bis 2022 müssen mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland damit versorgt werden – so der Beschluss der Bundesnetzagentur – und das geht in Städten natürlich einfacher und schneller. Aber immerhin unterwegs könnte es weit weniger Funklöcher geben, denn an Autobahnen, an großen Bundesstraßen und an Bahnstrecken sollen ebenfalls verstärkt Funkmasten aufgestellt werden.

Allerdings: Es geht bei diesen Zielen nicht explizit um 5G, sondern um eine Übertragungsrate von 100 beziehungsweise 50 MBit pro Sekunde und die wäre auch mit den LTE-Antennen machbar. Damit kämen die Mobilfunkanbieter günstiger weg, als bei einer reinen 5G-Verpflichtung.

Mobilfunkmast; Foto: dpa/picture-alliance

Wenn es nach Plänen von CDU und SPD geht, sollen Mobilfunkanbieter in bestimmten Regionen künftig ihre Netze für Mitbewerber öffnen, um ein flächendeckendes Mobilfunknetz zu ermöglichen.

dpa/picture-alliance

Wann können wir 5G richtig nutzen?

Spätestens 2022 soll alles fertig sein. Das sieht zumindest der Plan der Bundesnetzagentur vor. In größeren Städten könnte es eventuell sogar schon übernächstes Jahr der Fall sein. Aber egal wann das schnelle Internet hier in Deutschland tatsächlich verfügbar wird, nutzen kann man es natürlich nur, wenn man auch ein 5G-fähiges Smartphone hat. Die ersten Modelle dafür soll es im Laufe des nächsten Jahres geben, voraussichtlich so in der Preisklasse von 400 Euro und aufwärts.

Strittig ist weiterhin, ob Netzbetreiber im ländlichen Raum gemeinsam Antennen installieren und sich teilen sollen. Bisher gehen die großen Telekommunikationsanbieter wie Telekom, Vodafone und Telefónica weitgehend getrennte Wege und können so mit besserem Empfang in einer Gegend gegenüber dem Wettbewerber punkten. Bei einer gemeinsamen Nutzung fiele dieser lokale Vorteil weg.

Auch für das Mobilfunknetz wird die gemeinsame Nutzung von Netzen in bestimmten Regionen gefordert.