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Nach der Überschwemmung mehrerer Campingplätze in Südfrankreich sind 750 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter zahlreiche Kinder aus Deutschland. Ein 66 Jahre alter Deutscher wird noch vermisst.

Nach sintflutartigen Regenfällen haben Rettungskräfte in Südfrankreich 750 Menschen per Hubschrauber von fünf Campingplätzen in Sicherheit gebracht. Noch immer suchen Polizei und Feuerwehr aber mit Hochdruck nach einem vermissten Deutschen.

Mehr als 400 Helfer an der Ardèche im Einsatz

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Vermissten um einen Betreuer einer Jugendgruppe, die aus dem Raum Leverkusen stammt. Mehr als 400 Feuerwehrleute und Polizisten beteiligen sich an der Suche nach ihm. Vier Hubschrauber suchen das Gebiet rund um den Fluss Ardèche ab, der nach den heftigen Gewittern vom Morgen Hochwasser führt.

Alle Kinder „soweit wohlauf“

Der 66-Jährige soll sich nach Polizeiangaben vor dem Hochwasser in seinen Wohnwagen geflüchtet haben. Das Fahrzeug wurde vom Wasser mitgerissen und am Fluss gefunden.

Die 119 Kinder und Jugendlichen der Ferienfreizeit wurden vor der Überschwemmung ihres Campingplatzes gerettet und in einer Notunterkunft versorgt. Mindestens drei Kinder wurden wegen Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht.

Der Veranstalter des Ferienlagers aus Leverkusen teilte auf Anfrage mit, dass alle Kinder „soweit wohlauf“ seien, Die Rückfahrt der Teilnehmer werde organisiert.

Zwei Deutsche festgenommen

Zwei Männer wurden wegen des Vorfalls verhaftet. Die Staatsanwaltschaft Nîmes ermittelt gegen den Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius, die die Ferienfreizeit organisiert hat, sowie gegen seinen Stellvertreter. Ihnen werden fahrlässige Körperverletzung und illegales Betreiben eines Campingplatzes vorgeworfen.

Die Gemeinde wirft den Betreibern zudem vor, ihren Zeltplatz zu nah am Fluss gebaut zu haben, der sich in ein reißendes Gewässer verwandelte. Die Behörden erklärten, sie hätten die Deutschen 48 Stunden vor dem Drama vor der möglichen Überschwemmung gewarnt.