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Eine komplett freie Straße in Berlin ergibt eine grün markierte Strecke im Navi von Google Maps. Der Weg ist frei. Doch dann kommt ein Mann mit 99 Smartphones in einem Handkarren – und fakt einen Stau. Die Kollegen von DASDING haben das Experiment jetzt mit nur 27 Handys nachgestellt.

Der Performance-Künstler Simon Weckert hat sich einen Trick ausgedacht, um Google Maps zu überlisten. Allein mit Smartphones kreierte er einen Stau, den es in der Realität gar nicht gab.

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In einen Handkarren legte er 99 Android-Handys – Second Hand, wie er auf seiner Website betont –, aktivierte auf allen die Google-Maps-App und zog los. Ganz langsam, im Schritttempo, über eine Spreebrücke.

Grün zu rot

Wer in diesem Moment eine Strecke bei Maps eingab, die eigentlich über diese Brücke geführt hätte, sah zunächst noch grün, alles frei. Dann, langsam aber sicher, wurde die Straße rot markiert.

Auf den Algorithmus von Google Maps wirkten die 99 langsam „fahrenden“ Smartphones so, als stünden mindestens 99 Menschen an der Stelle im Stau oder zumindest im stockenden Verkehr. Dabei war die Straße sogar fast autofrei.

Fokus auf Macht von Googles Karten legen

„Reale“ Autofahrerinnen und Autofahrer würde Maps in so einem Moment umleiten. So habe, wie Weckert sagt, seine Performance einen „Einfluss auf die physische Welt“. Damit wollte er nach eigenen Angaben zeigen, wie viel Macht Google mit seinen virtuellen Karten habe.

Weckert stellt die Frage danach, ob solche Karten beeinflussen, wie wir uns verhalten, was für eine Meinung, was für ein Weltbild wir haben. „Googles Karten- und Weltmodelle bestimmen die Aktualität und Wahrnehmung physischer Räume“, schlussfolgert der Künstler.

So reagiert Google

Künstlerische Aktionen - kann man sich immer drüber streiten, manche finden es toll, manche finden es nicht gut. Insofern ist es gut, wenn wir Hinweise bekommen, wie wir mehr verbessern können.

Lena Heuermann Presse-Sprecherin Google Germany


SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de

News Ganzes Interview: Google-Sprecherin Lena Heuermann zum Google-Maps-Hack

Dauer

Der DASDING-Test zeigt: Es funktioniert wirklich!

Ob so ein Fake-Stau auf Google Maps tatsächlich funktioniert, wollten die Kollegen von DASDING wissen. Und sie waren erfolgreich! Mit nur 27 Handys rollten sie kurz eine größere Straße in Baden-Baden entlang. Auf der Karte von Google Maps färbte sie sich in Kürze rot bis dunkelrot und selbst nach einer Stunde wurde an der Stelle noch ein Stau angezeigt.

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Autor
SWR3