Autor
Katharina Kunz
Katharina Kunz, SWR3; Foto: SWR3
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Masern sind alles andere als eine Kinderkrankheit: Im schlimmsten Fall sind sie tödlich. Deshalb sollen in Deutschland ab nächstem Frühjahr alle Kinder in Schulen und Kindertagesstätten gegen Masern geimpft sein – so will es das Bundeskabinett. Jetzt muss das Gesetz noch durch Bundestag und Bundesrat.

Kinder sollen ab März 2020 gegen Masern geimpft sein, bevor sie in einer Kita oder Schule angenommen werden. Der verpflichtende Impfschutz soll auch für Personen gelten, die dort arbeiten. Außerdem gilt er für Flüchtlingsheime und für das Personal in medizinischen Einrichtungen. So sieht es der Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett heute gebilligt hat.

Ohne Impfung droht Geldstrafe

Kinder, die bereits in den Einrichtungen sind, haben demnach bis Juli 2021 Zeit die komplette Masern-Impfung nachzuweisen. Kinder, die nicht geimpft werden, können vom Besuch einer Kita ausgeschlossen werden. Eltern, die sich einer Impfung ihrer Kinder im Schulalter verweigern, müssen dem Gesetzentwurf zufolge mit Bußgeldern bis zu 2.500 Euro rechnen.

Mit dem Gesetz will Spahn außerdem dafür sorgen, dass wieder mehr sogenannte Reihenimpfungen in Schulen angeboten werden. Die Krankenkassen sollen demnach verpflichtet werden, mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst Vereinbarungen über die Kostenerstattung zu treffen.

Experten sehen Gefahr für die Bevölkerung

Experten hatten sich zuletzt besorgt über die Impfquote bei Masern in Deutschland geäußert. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bekommen zwar noch fast alle Kinder die erste Impfung. Bei der für den Schutz notwendigen Zweitimpfung wird die Quote von 95 Prozent aber nicht erreicht. Erst dann könne man vom „Herdenschutz“ für die gesamte Bevölkerung sprechen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 543 Fälle gemeldet. In den ersten Monaten dieses Jahres schon mehr als 400 Fälle.

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mit epd