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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Stromkunden müssen im kommenden Jahr mehr bezahlen: Etwa 170 Versorger haben angekündigt, dass sie die Preise ab 1. Januar anheben wollen.

Mehr als 170 Stromanbieter haben angekündigt, dass der Strom im kommenden Jahr um mindestens 5,4 Prozent teurer werden wird. Am kommenden Dienstag läuft die Frist ab, zu der die Erhöhungen angekündigt werden müssen. Ein durchschnittlicher Haushalt, der etwa 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, muss ab 1. Januar also mindestens 82 Euro mehr für Strom bezahlen. Günstiger wird kein Anbieter.

Gründe für teureren Strom

Hintergrund der höheren Strompreise seien gestiegene Umlagen und Netzgebühren, teilten die Versorger mit. Zum Beispiel steige die EEG-Umlage zum Jahreswechsel um etwa fünf Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Mit diesem Geld soll der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert werden. Immerhin: Die EEG-Umlage macht fast ein Viertel des gesamten Strompreises aus.

Ein weiteres Viertel des Strompreises bilden die Gebühren für die Stromnetze. Auch sie steigen – allerdings regional sehr unterschiedlich.

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Kritik von Verbraucherschützern

Verbraucherschützer kritisieren, dass die Versorger die Energie an den Strombörsen zwar billiger einkaufen, die gesunkenen Preise aber nicht an die Verbraucher weitergeben: „Steigende Strompreise sind jetzt mit Blick auf den Klimaschutz ein völlig falsches Signal“, sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. Die Versorger könnten „mit den Spielräumen ihrer Beschaffungsstrategien Preisveränderungen durchaus so lange aufschieben, bis das Klimapaket greift“.

Forderung: Strompreise sollen stabil bleiben

Die Beschlüsse im Klimapaket der Bundesregierung müssten jetzt „zügig in Maßnahmen münden, die sauberen Strom günstiger machen und fossile Energien teurer“, forderte Sieverding. Es sei Zeit für ein „belastbares Versprechen, dass die Strompreise für Verbraucher nicht mehr weiter steigen.“

Der Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für das Kohleausstiegsgesetz sieht unter anderem einen Ausgleich für Preissteigerungen vor, die durch den Kohleausstieg zustande kommen. Zum Beispiel hat die Bundesregierung einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten vorgesehen.

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