Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Rund fünf Jahre nach dem Abschuss der Passagiermaschine des Fluges MH17 in der Ukraine klagt ein internationales Ermittlerteam vier Verdächtige wegen Mordes in 298 Fällen an. Die Männer werden mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Internationale Ermittler klagen vier prorussische Rebellen für den Abschuss des Passagierflugzeugs der Malaysian Airlines mit der Flugnummer MH17 am 17. Juli 2014 an. Die Maschine war von Amsterdam auf dem Weg nach Kuala Lumpur. Die drei Russen und ein Ukrainer werden des Mordes in 298 Fällen beschuldigt, teilten die internationalen Ermittler in Nieuwegein bei Utrecht mit.

Internationaler Haftbefehl

Die Verdächtigen werden mit internationalem Haftbefehl gesucht: Der Kommandant der pro-russischen Rebellen Igor. G., der frühere russische Geheimdienstoffizier Sergej D., Oleg P. ebenfalls ein hoher Offizier bei den Rebellen, sowie Leonid K., ein Kommandant der Rebellen in Donetsk.

Die vier Männer seien verantwortlich, das Abschusssystem transportiert zu haben, mit dem das Flugzeug schließlich beschossen wurde. Der Prozess soll am 9. März 2020 beginnen.

Von russischer Rakete beschossen

Das Flugzeug wurde von einer Rakete des Typs BUK getroffen. Im Mai 2018 hatte ein internationales Ermittlerteam einen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet.

Die Regierung der Niederlande, woher die meisten der Opfer stammten, machte Russland daraufhin auch formell für den Abschuss verantwortlich. Der Kreml wies dies verärgert zurück. Russland seinerseits machte von Anfang an ukrainische Kräfte für den Abschuss verantwortlich.

MH17: Niederlande erheben Mordanklage; Foto: SWR3.de

Nachrichten MH17: Niederlande erheben Mordanklage

Dauer