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Mit einem Zaun entlang der Grenze zu Schleswig-Holstein will Dänemark die Afrikanische Schweinepest vom Königreich fernhalten. Die einen sehen darin einen Schutz für die Schweinezucht. Andere zweifeln an der Sinnhaftigkeit.

70 Kilometer lang und etwa 1,50 Meter hoch wird der Zaun, der deutsche Wildschweine daran hindern soll, über die Grenze von Schleswig-Holstein nach Dänemark überzusiedeln. Der Stahlzaun reicht einen halben Meter weit in den Boden, damit sich die Tiere nicht darunter durchwühlen können.

Dänen wollen Schweinezucht schützen

Noch im Laufe des Jahres soll der Zaun fertiggestellt werden und dann entlang der kompletten Landgrenze zwischen den beiden Länden verlaufen, unterbrochen von zwanzig permanenten Durchlässen – etwa für den Verkehr.

Dänemark will die heimische Schweinzucht schützen.; Foto: dpa/picture-alliance, Carsten Rehder

Dänemark will die heimische Schweinzucht schützen.

dpa/picture-alliance, Carsten Rehder

Die dänische Regierung will mit dem Bauvorhaben die für das Land wichtige Schweinezucht schützen. Wenn sich die Afrikanische Schweinepest auf dänische Bestände überträgt, müssten nach dänischen Regierungsangaben alle Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gestoppt werden.

Laut Umweltministerium in Kopenhagen exportierten dänische Bauern 2016 Schweine für umgerechnet rund vier Milliarden Euro, davon 1,5 Milliarden Euro außerhalb der EU. „Das spielt eine wichtige Rolle für unsere Wohlfahrtsgesellschaft und für Arbeitsplätze in Dänemark“, sagte Umweltminister Jakob Ellemann-Jensen dazu.

Reinking: „Entwarnung geben wir auf keinen Fall“

Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, es drohen aber Folgen für Landwirte und Export. Betroffen sind in Europa bislang vor allem osteuropäische Staaten und das Baltikum – sowie seit September 2018 Belgien.

Bisher ist die Tierseuche, gegen die es keinen Impfstoff gibt, nicht in Deutschland angekommen. Das Risiko, dass sie eingeschleppt werde, sei aber nach wie vor hoch, sagt Elke Reinking, Sprecherin der Tierforschungsgesellschaft Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). „Entwarnung geben wir auf keinen Fall.“

Der Mensch sei das eigentliche Problem; Foto: SWR3.de

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Umweltschützer wollen Lebensräume der Tiere schützen

In der deutschen Grenzgemeinde Harrislee ist die Unzufriedenheit mit dem Zaun groß. Die Gemeinde hat sich im Sommer in einer Erklärung bereits sehr deutlich gegen den Zaunbau ausgesprochen. „Wir halten das für nicht verhältnismäßig“, sagt Bürgermeister Martin Ellermann.

Er befürchtet Auswirkungen auf die Fauna in Grenznähe trotz der Schlupflöcher für Kleintiere von einer Größe von 20 mal 20 Zentimetern, die es alle hundert Meter im Zaun geben soll.

Die Umwelt werde keine Schäden davontragen, darauf werde geachtet, versichert hingegen Lise Bech von der Dänischen Volkspartei. Tierschützer befürchten aber, dass der Zaun auch Wölfe, Otter und Goldschakale in ihrem natürlichen Lebensraum stören könnte.

„Wir glauben, dass der Zaun eine wirklich schlechte Idee ist“, sagt der Generalsekretär von WWF Dänemark, Bo Øksnebjerg. Der Zaun sei schlecht für die Natur und werde nicht dafür sorgen, Wildschweine außer Landes zu halten. „Das wird das Problem nicht lösen.“ Es handele sich bloß um Symbolpolitik.