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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Fast einen Kilometer hat das Kleinkind sein Geschwisterchen durch den eisigen Winter von Alaska geschleppt. Nachbarn riefen die Polizei – und die fackelte nicht lange.

Schlittenhunde in Alaska; Foto: Alaska Dispatch News via ZUMA

Ist im Winter oft eines der wenigen funktionierenden Fortbewegungsmittel in Alaska: Der Hundeschlitten

Alaska Dispatch News via ZUMA

Wer an Alaska denkt, denkt vermutlich automatisch an hohe Berge, Schlittenhunde und Schnee. Viel Schnee. Und damit liegt niemand falsch, denn im nördlichsten US-Bundesstaat ist gerade Winter – mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.

Im 170-Seelen-Kaff Venetie mitten im Yukon-Gebiet in Alaska können die Temperaturen im Winter durchaus richtig eisig werden. So war das auch vor ein paar Tagen, als ein 5 Jahre altes Kind mit seinem 18 Monate alten Geschwisterchen alleine zuhause war.

In Socken durch den Schnee

Als der Strom ausfiel, bekam das Kind Angst und wollte sich und sein kleines Geschwisterchen in Sicherheit bringen. Also stapfte das Kind los – bei -35 Grad nur mit Socken und leichter Kleidung am Körper.

Die nächsten Nachbarn wohnen knapp einen Kilometer vom Haus der Kinder entfernt. Bis dahin trug das Kind sein Geschwisterchen durch die eisige Kälte. Als die Kinder bei den Nachbarn ankamen, hatten sie schon die ersten Frostverletzungen. Beide würden sich aber von den Erfrierungen erholen, sagte ein Behördensprecher.

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Polizei braucht 16 Stunden nach Venetie

Die Nachbarn riefen darauf die Polizei. Allerdings dauerte es 16 Stunden, bis die Beamten in Venetie ankamen – so abgelegen liegt der Ort. Mit dem Auto gab es kein Durchkommen, deswegen mussten die Polizisten ein Flugzeug chartern.

Als die Beamten in Venetie ankamen, nahmen sie eine 37 Jahre alte Frau fest. Ihr wird vorgeworfen, das Wohl der Kinder gefährdet zu haben, indem sie die Kleinen ohne Aufsicht eines Erwachsenen alleine zuhause ließ. Wie das Verwandtschaftsverhältnis zwischen der Frau und den Kindern ist, wollte die Polizei nicht mitteilen, weil die Opfer noch minderjährig sind.

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