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Zwei afroamerikanische Basketballprofis wurden an Heiligabend aus einem Flugzeug der American Airlines geworfen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Fluggesellschaft wegen Diskriminierung im Fokus steht.

Marquis Teague und Trashon Burrell wollten eigentlich von Dallas nach South Dakota fliegen. Doch eine Flugbegleiterin warf den beiden vor, verbotenerweise Decken aus der ersten Klasse genommen zu haben.

Basketballprofi Marquis Teague im Trikot seines alten Vereins Oklahoma City Blue; Foto: imago

Basketballprofi Marquis Teague im Trikot seines alten Vereins Oklahoma City Blue

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Es kam zum Streit und die beiden Sportler mussten das Flugzeug verlassen. Später stellte sich heraus, dass Passagiere aus der ersten Klasse den Basketballspielern die Decken gegeben hatten.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass American Airlines wegen diskriminierendem Umgangs mit afroamerikanischen Passagieren auffällt. Es wurde bereits von mehreren Vorfällen berichtet.

So nannte die Bürgerrechtsgruppe NAACP im Oktober zum Beispiel den Fall einer dunkelhäutige Frau. Sie sei angewiesen worden, mit ihrem Baby das Flugzeug zu verlassen. Die Frau soll darum gebeten haben, dass Airline-Mitarbeiter den Kinderwagen aus dem Gepäck holen, damit sie nicht am Band darauf warten muss. In einem weiteren Fall sei eine ebenfalls dunkelhäutige Frau, die eigentlich erste Klasse gebucht hatte, in eine günstigere Flugkategorie umgebucht worden. Ihre Reisebegleitung habe in der ersten Klasse bleiben dürfen.

Bürgerrechtler: „Verstörende Zwischenfälle“

NAACP warnte deshalb, es gebe „ein Muster verstörender Zwischenfälle, über die afroamerikanische Passagiere berichteten, insbesondere bei American Airlines“. Nach einem Treffen mit NAACP-Vertretern sagte die Fluggesellschaft zu, ihre 120.000 Mitarbeiter besser zu schulen.

Entschuldigung und Tickets

Bei den zwei Basketballprofis hat sich das Unternehmen mittlerweile entschuldigt. „Wir sind stolz darauf, Menschen zusammenzubringen, und wir wissen, dass wir bei diesem Flug einige unserer Kunden im Stich gelassen haben“, sagte ein Sprecher. Man werde den Vorfall prüfen und den beiden Sportlern Erste-Klasse-Tickets für einen Flug spendieren.

Autor
Isabel Gebhardt
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SWR3