Stand:

Im Prozess gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein werden die Eröffnungsplädoyers gehalten. Ihm wird vorgeworfen, zahlreiche Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben.

Die Anklage im Prozess gegen Harvey Weinstein will die Jury überzeugen, dass der Ex-Filmmogul ein Vergewaltiger ist. Dazu wird erwartet, dass Chefanklägerin Joan Illuzzi-Orbon den Fall aus der Sicht der Staatsanwaltschaft darlegt.

Danach soll Weinsteins Hauptanwältin Donna Rotunno zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Sie dürfte es auf die Zeuginnen abgesehen haben.

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Über 80 Frauen werfen sexuelle Übergriffe vor

Mehr als 80 Frauen, darunter Angelina Jolie, Ashley Judd, Uma Thurman und Salma Hayek, werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Viele der Schauspielerinnen und weitere Betroffene werden als Zuschauerinnen erwartet. Der Prozess dreht sich um die Vorwürfe von zwei Frauen: Eine von ihnen soll Weinstein 2006 zum Oralverkehr gezwungen haben. Die andere soll er 2013 vergewaltigt haben.

Weinstein droht lebenslange Haft

Wird Weinstein verurteilt, droht dem 67-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe. Die Staatsanwälte müssen dafür juristisch beweisen, dass Weinstein sich der Vergewaltigung, krimineller sexueller Handlungen und räuberischer sexueller Übergriffe schuldig gemacht habe.

Weinstein betonte immer wieder, jegliche Handlungen seien einvernehmlich gewesen. In einem Interview mit der New York Post sagte er, er fühle sich missverstanden, denn er habe viel für Frauen in der Filmbranche getan.

Was bisher geschah:

Im Oktober 2017 veröffentlichten die Zeitungen New York Times und New Yorker erste Vorwürfe, wonach Harvey Weinstein mehrere Frauen sexuell belästigt haben soll. Daraufhin meldeten sich viele andere Betroffene, die ebenfalls angaben, ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben. Darunter sind zahlreiche Mitarbeiterinnen und Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow, Selma Hayek und Alyssa Milano, die zehn Tage später Frauen über Twitter dazu aufrief, den Hashtag #metoo zu nutzen, wenn sie sexuelle Übergriffe erlebt hätten.

#metoo

Der Tweet von Alyssa Milano gilt als Auslöser für eine ganze Welle von Kommentaren und eine internationale Bewegung gegen sexuelle Gewalt an Männern und Frauen. Hunderttausende twitterten zu dem Hashtag #metoo.

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Bundesstaat New York verklagt Weinstein

Bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe entließ die Oscar-Akademie Harvey Weinstein nach mehr als 20 Jahren Mitgliedschaft. Im Februar 2018 verklagte der amerikanische Bundesstaat New York Weinstein und dessen frühere Firma Weinstein Company. Die Vorwürfe: die Verletzung der Bürgerrechte, der Menschenrechte und des Arbeitsrechts. Die Anklage richtete sich jedoch nicht nur gegen den Filmproduzenten alleine, sondern auch gegen seine Firma, die es nicht geschafft habe, Frauen ausreichend vor Belästigungen zu schützen. Seine Frau lies sich von ihm Scheiden. Weinstein stritt weiterhin alle Vorwürfe ab.

Weinstein stellt sich der Polizei

Am 25. Mai 2018 wurde Weinstein verhaftet, einem Richter vorgeführt und wegen einer Vergewaltigung und weiterer sexueller Vergehen angeklagt. Weinstein verpflichtete sich eine Fußfessel zu tragen und seinen Pass abzugeben. Zwar räumte er Fehlverhalten ein, wies Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex aber zurück. Bereits einen Tag später wurde er auf eine Million Dollar Kaution freigelassen.

Weitere Anklagen auch aus Deutschland

Vor dem Supreme Court in New York wurde Weinstein im Juni 2018 erneut wegen Vergewaltigung und kriminellen sexuellen Handlungen angeklagt. Er plädierte weiterhin auf nicht schuldig. Eine Klage kam dann auch aus Deutschland: Eine deutsche Schauspielerin erhob schwere Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe im Jahr 2006. Damals soll Weinstein sie nach den Filmfestspielen in Cannes in einer Hotelsuite vergewaltigt haben. Seine Anwältin wies die Vorwürfe als „unwahr und verjährt“ zurück.

Klagen mit Millionen abgewendet

Bis zum Dezember 2019 haben zahlreiche Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen den früheren Filmproduzenten verklagt. Laut US-Medien habe er mit 30 Frauen eine Einigung erzielt, aus der insgesamt eine Entschädigungssumme von 25 Millionen Dollar für die mutmaßlichen Opfer hervorgeht.