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38 Menschen sind in der Nacht zum Mittwoch in Sri Lanka ihren Verletzungen erlegen. Sie sind die jüngsten Opfer des Terroranschlags auf Christen am Ostersonntag. Und immer noch kämpfen auf den Intensivstationen Verletzte mit dem Tod.

Die Zahl der Todesopfer nach den Selbstmordanschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka liegt nach jüngsten Angaben bei 250. Darunter sind 38 Menschen, die in der Nacht zum Mittwoch in Krankenhäusern ihren Verletzungen erlagen, wie die Polizei mittelte. Etwa 150 werden noch behandelt - einige seien in kritischem Zustand, heißt es.

Die meisten Sicherheitschefs werden gefeuert

In der Zwischenzeit tobt der innenpolitische Streit um die politische Verantwortung. Viele glauben, die Sicherheitsorgane hätten genügend Hinweise gehabt, um vorbereitet zu sein. Jetzt sollen innerhalb von 24 Stunden die Chefs der Polizei und der meisten Sicherheitskräfte gefeuert werden, hat Staatspräsident Maithripala Sirisena am Mittwochmorgen angekündigt.

Mittlerweile werden immer mehr Leute festgenommen: 18 waren es nach Informationen aus Sri Lanka seit Dienstagabend. Damit sitzen derzeit rund 60 Menschen in U-Haft. Und immer noch sollen Verdächtige auf der Flucht sein – manche hätten noch Sprengstoff bei sich.

Die Täter: wohlhabend, Studium im Ausland

Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einer Wohngegend in Vororten Colombos.

Acht der insgesamt neun Terroristen seien identifiziert worden, heißt es inzwischen. Die meisten von ihnen seien wohlhabend gewesen und hätten im Ausland studiert. Auch eine Frau habe sich in die Luft gesprengt.

14 Ausländer gelten noch als vermisst

Die Zahl der ausländischen Todesopfer liegt nach den jüngsten Zahlen des sri-lankischen Außenministeriums bei 34. Sie stammten aus vielen verschiedenen Ländern – darunter Indien, Großbritannien, die USA, China, die Niederlande, Spanien und die Türkei. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes war auch ein Deutsch-Amerikaner ums Leben gekommen. 14 Ausländer galten noch als vermisst.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Anschlägen bekannt. Ausgeführt hat sie eine bislang kaum bekannte Dschihadistengruppe. Muslime und Christen sind Minderheiten in dem Land: Muslime stellen knapp zehn Prozent der Bevölkerung, Christen rund sieben Prozent. Die meisten Menschen auf Sri Lanka sind Buddhisten (70 Prozent). Fast 13 Prozent sind Hindus.

Autor
Christian Kreutzer
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SWR3