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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Das Coronavirus hat den Alltag ganz schön durcheinander gewirbelt. Da ist der ein oder andere auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Ein Portal zur Jobvermittlung ist jetzt an den Start gegangen. Aber – Vorsicht: Es gibt auch Fake-Aufrufe.

Um die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen, sind gerade viele Geschäfte geschlossen. Wer dort arbeitet, muss zuhause bleiben. Das gilt auch für Studenten, deren Semesterstart verschoben wurde und andere Branchen, die wegen der Auswirkungen der Corona-Krise gerade nicht wie gewohnt arbeiten können.

Wer braucht Unterstützung, wo kann ich helfen?

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die Arbeit genug haben und deshalb Unterstützung gebrauchen könnten: zum Beispiel Landwirte. Für sie steht der Beginn der Spargelsaison an und auch die Erdbeerzeit beginnt bald. Außerdem müssen in den nächsten Tagen weitere Gemüsesorten vom Feld geholt werden. Normalerweise kommen dafür viele Erntehelfer aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern nach Deutschland. Doch das ist gerade nicht möglich, weil die Grenzen geschlossen sind oder verstärkt Kontrollen durchgeführt werden.

Um das zu kompensieren, gibt es jetzt eine Job-Vermittlungsplattform im Internet. Unter www.daslandhilftmit.de können sich alle melden, die helfen wollen. Dort wird der Kontakt zwischen denen, die Mitarbeiter suchen, und denen, die arbeiten können, hergestellt. Über Zeitraum und Bezahlung werden dann individuelle Vereinbarungen getroffen.

Hier gehts zur Job-Vermittlung (aufgrund der großen Nachfrage kann es zu längeren Ladezeiten kommen)

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Krankenhaus, Supermarkt und Co.

Auch in anderen Branchen wird Unterstützung benötigt – zum Beispiel bei der Post und in Lebensmittelmärkten. Wer dort helfen will, informiert sich am besten direkt vor Ort.

Auch die Nachbarschaftshilfe ist ein großes Thema. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte möglichst in der Wohnung bleiben und braucht daher Hilfe beim Einkaufen. Hier haben sich in den sozialen Netzwerken oder direkt bei den Städten und Gemeinden Initiativen gegründet, die Suchende und Helfende zusammenbringen. Manchmal hilft auch einfach ein Zettel im Treppenhaus oder man fragt direkt bei Menschen nach, von denen man denkt, dass sie Unterstützung benötigen.

Im medizinischen Bereich kann nicht jeder einspringen. Deshalb bittet die Bundesärztekammer Ärzte im Ruhestand und Medizinstudenten um Mithilfe. „Die Corona-Pandemie ist eine außerordentliche Herausforderung für das deutsche Gesundheitswesen. Wir sind für jede helfende Hand dankbar“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, in einer Video-Botschaft auf der Plattform YouTube. Interessierte Ärzte und Studierende sollten sich an ihre Landesärztekammern wenden, die die Hilfsangebote koordinieren. „Denkbar wären Einsätze in Beratungshotlines, in den Gesundheitsämtern, auch in den Praxen und vielleicht sogar unter Umständen in Einzelfällen in den Kliniken“, erklärte Reinhardt.

Achtung – es gibt auch Fake-Aufrufe

Wenn es um Hilfeaufrufe geht, gibt es allerdings auch Fake-Informationen. So zum Beispiel kursieren momentan Gerüchte, dass das Ortenau-Klinikum „händeringend“ nach Helfern sucht. Es ist von Aufgaben wie Essen verteilen und Betten schieben die Rede. Dazu wurde eine Mailadresse und eine Telefonnummer veröffentlicht.

Auch wenn der Aufruf sehr echt aussieht – ist er nicht. Nach Angaben der Klinik wurde kein Hilferuf an die Öffentlichkeit herausgegeben. Bislang bestehe kein Bedarf dafür, so das Klinikum.




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