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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Die zweite Weltraummission von Alexander Gerst hat am Mittwoch begonnen. Er startete mit einer Sojus-Rakete von Kasachstan aus zur ISS. Doch bis der Baden-Württemberger dort ankommt, dauert es noch.

Am Vormittag stieg Gerst zusammen mit seinen Kollegen Serena Aunon-Chancellor und Sergej Prokopjew in die Sojus-Kapsel, um vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan ins All zu fliegen. Um 13.12 Uhr war es dann soweit: Gerst startete als erster deutscher Kommandant in Richtung ISS.

Ein halbes Jahr werden die drei auf der ISS bleiben und dort an verschiedenen Forschungsprojekten arbeiten. Bis sie allerdings an ihrem neuen Zuhause ankommen, wird es noch dauern. Der Flug zur ISS dauert zwei Tage. Auf dem Speiseplan stehen in dieser Zeit getrocknete Früchte und Konserven. Außerdem gibt es eine Toilette – ein Trichter an einem Schlauch, der die Notdurft ansaugt.

Abschied von Familie und Freunden

Der Start-Tag begann für Gerst schon sehr früh. Astro-Alex, wie er sich selbst in den sozialen Medien nennt, wurde um kurz nach vier geweckt. Das war nötig, um genügend Zeit für alle wichtigen Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehört auch ein echtes Raumfahrer-Ritual: Mit einem dicken Filzstift unterschrieben die drei Austronauten auf der Hotelzimmer-Tür des Russen Prokopjew, der Commander der Sojus-Kapsel ist, die die drei sicher zur ISS bringen soll.


Als das erledigt war, wurde es emotional: Gerst musste sich von Familie und Freunden verabschieden, die in Baikonur den Start verfolgten. Umarmungen und Küsse waren aber verboten – Astro-Alex konnte seinen Angehörigen nur durch eine Scheibe zuwinken. Denn die Astronauten sind schon seit einigen Wochen in Quarantäne, um sich nicht kurz vor dem Start noch eine Erkältung oder Krankheit einzufangen.

Maus, Maultaschen und Mauerstück

Astro-Alex hat übrigens auch einige außergewöhnliche Dinge für seine Zeit im All eingepackt – zum Beispiel Maultaschen, ein Stück Berliner Mauer, eine Maus und eine Zeitkapsel. 2014 verbrachte der 42-Jährige bereits insgesamt 165 Tage im All.

Bis zum Start hielt er seine Fans immer auf dem neusten Stand zu seiner „Mission Horizons“. Er twitterte, postete auf Instagram und schrieb einen eigenen Blog. Wenn er auf der ISS angekommen ist, wird er sicher auch wieder faszinierende Aufnahmen von der Erde machen. Vor dem Start schickte er auch noch einmal Grüße an seine Fans.

Vor dem Abflug musste Gerst monatelang ein anstrengendes Trainingsprogramm absolvieren. Geholfen hat ihm dabei Laura Winterling, die jahrelang Astronauten-Trainerin war. Sie hat Gerst fit gemacht für's All. Inzwischen gibt sie für die ESA Führungen durch das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln. Sie erzählte SWR3, wie genau so ein Astronautentraining abläuft.