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Augsburgerinnen und Augsburger kriegen eine Flatrate für den Nahverkehr. Zu einem festen Preis können sie Bus und Bahn und sogar Carsharing und Leihfahrräder benutzen.

Seit Freitagmorgen haben die Menschen in Augsburg eine Flatrate für ihren Nahverkehr. Die „Mobil-Flat“ der Augsburger Stadtwerke ist bundesweit das erste Angebot seiner Art. Kundinnen und Kunden sollen im gesamten Stadtgebiet alle Verkehrsarten zu einem fixen Preis nutzen können: Bus, Straßenbahn, Carsharing und Leihrad.

Zwei Pakete mit unterschiedlichem Carsharing-Angebot

Die Stadtwerke wollen, dass mehr Menschen vom eigenen Auto umsteigen. Ein Jahr lang haben sie mit 50 Testerinnen und Testern ausgelotet, wie eine solche Flatrate aussehen kann. Dabei sind zwei verschiedene Pakete entstanden: Das kleine kostet 79 Euro monatlich, das große Paket 109.

„In beiden Paketen kann ich so viel Bus und Straßenbahn fahren, wie ich möchte, und bis zu 30 Minuten mehrmals am Tag ein Leihrad nutzen.“

Jürgen Fergg, Augsburger Stadtwerke

Der Unterschied im Preis kommt durchs Carsharing. Wer das große Paket wählt, kann bis zu 30 Stunden und ohne Kilometerbegrenzung mit geliehenen Autos fahren, im kleinen Paket sind es bis zu 15 Stunden oder 150 Kilometer Strecke.

Verkehrsforscher will mindestens landesweites Angebot

Zukünftig wollen die Stadtwerke noch weiter gehen. Ab 2020 sollen die Menschen in Augsburg Busse und Trams in der „City-Zone“ sogar kostenlos fahren können. Die Busse fahren den Stadtwerken zufolge mit 100-prozentigem Ökostrom. 25.000 Abos für Bus und Tram gibt es schon, 2.000 Menschen nutzen das Carsharing-System.

Der Verkehrsforscher Harald Kipke von der Technischen Hochschule Nürnberg hält den Schritt für zukunftsweisend. Er fordert eine Ausweitung auf Bayern und denkt sogar an komplett Deutschland oder auch Europa. „Es muss möglich sein, dass auch jemand ohne Auto ohne große Einbußen flexibel leben kann. Und genau da müssen wir hin“, sagt Kipke.