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Um den Methanausstoß von Kühen zu reduzieren, erprobt das Landwirtschaftliche Zentrum in Aulendorf derzeit einen speziellen Futterzusatz. Denn: Das Gas, das Kühe beim Rülpsen in die Luft lassen, ist besonders klimaschädlich. Eine Kuh stößt beim Wiederkäuen jährlich in etwa so viel klimaschädliches Gas aus wie ein Mittelklassewagen.

Bis zu 500 Liter Methan stößt eine Kuh täglich beim Wiederkäuen aus. Weil das Gas 25 Mal klimaschädlicher ist als CO2, sollen die Rülpser der Kühe durch einen aus Nelken- und Korianderöl bestehenden Futterzusatz reduziert werden.

Futter soll Methanbildung hemmen

Dieser wird in der Dosierung von einem Gramm pro Tag dem Futter von 14 Kühen untergemischt, 14 weitere Kühe bekommen normales Futter um einen Vergleichswert zu haben. Kostenpunkt: 2,5 Cent pro Tag und Kuh. Der Test soll hundert Tage dauern. Thomas Jilg, Versuchsleiter am Landwirtschaftlichen Zentrum Aulendorf, sagt dazu:

Nelkenöl, Koriander, Geranylöl und andere Substanzen beeinflussen die Methanbildung im Magen der Kuh, indem Bakterien, die Methan erzeugen, gehemmt werden.


Im Sommer soll es erste Ergebnisse geben

Gemessen wird der Methanausstoß mit einem Laserdetektor, der auch unter Tage beim Aufspüren von Grubengas zum Einsatz kommt. Um 10 bis 30 Prozent soll der Methanausstoß laut Hersteller verringert werden.

Allein schon zehn Prozent wären ein Erfolg, sagt der Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrum Aulendorf, Franz Schweizer. Es sei nicht möglich, die Ställe luftdicht zu machen oder das Gas aus dem Stall abzusaugen, da Ställe heutzutage offen sein müssen. Erste Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.