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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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Nach dem Busunglück auf Madeira mit zahlreichen deutschen Todesopfern und Verletzten ist ein Flugzeug von der portugiesischen Insel aus nach Deutschland gestartet. Es bringt Verletzte zurück.

Die überlebenden deutschen Opfer des Busunglücks werden zurück nach Hause gebracht. Ein medizinisch ausgerüstetes Spezialflugzeug der Bundeswehr ist am Mittag von Madeira aus nach Deutschland gestartet, wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die ersten Verletzten wurden schon kurz nach der Landung an Bord des Airbus gebracht.

Verletzte wurden auf Madeira direkt in das Flugzeug der deutschen Luftwaffe gebracht; Foto: picture alliance/Armando Franca/AP/dpa

Verletzte wurden auf Madeira direkt in das Flugzeug der deutschen Luftwaffe gebracht.

picture alliance/Armando Franca/AP/dpa

Zwölf deutsche Urlauberinnen und Urlauber sollen noch am Samstag zurück geholt werden. Ein weiterer Deutscher sei bereits am Freitag zurückgekehrt, berichteten Mitarbeiter des behandelnden Krankenhauses, ein weiterer sei noch nicht reisefähig. Das Krankenhaus hatte zunächst empfohlen, die Verletzten nicht schon am Freitag auszufliegen.

Identifizierung der Todesopfer soll jetzt schnell gehen

Bei dem Busunfall auf Madeira am frühen Mittwochabend starben 29 Menschen. 28 wurden verletzt, 16 von ihnen befinden sich noch immer im Krankenhaus. So weit die Zahlen, doch wer die Toten sind ist noch immer nicht abschließend geklärt. Das Auswärtige Amt will das erst bekannt geben, wenn alle Angehörigen informiert sind. Die Identifizierung soll nach Angaben des Krankenhauses Dr. Nélio Mendonça in Funchal vermutlich noch am Samstag abgeschlossen werden.

Blumen an der Unglücksstelle vom Busunfall auf Madeira; Foto: Reuters

Blumen liegen an der Unfallstelle auf Madeira.

Reuters

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) war am Donnerstagabend nach Madeira gereist. Er bedankte sich bei den portugiesischen Behörden für die „großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit“. Die Bundesregierung arbeite mit „Hochdruck daran, die Verletzten, die transportfähig sind, nach Hause zu bringen, diejenigen, die ums Leben gekommen sind, zu identifizieren, und die Angehörigen zu informieren“, sagte Maas am Freitag.

Viele deutsche Todesopfer

Portugiesische Medien hatten gemeldet, es handle sich bei allen Todesopfern um Deutsche. Portugals Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Am Freitagmittag gab es einen Gedenkgottesdienst, zum dem auch Überlebende des Unfalls gekommen waren.

Bild von der Kurve, in der der Bus auf der Insel Madeira von der Straße abkommen ist; Foto: imago

In dieser Kurve ist der Bus von der Straße abgekommen.

imago

Busfahrer verlor in einer Kurve die Kontrolle

Die Insassen des Reisebusses sollen örtlichen Medienberichten zufolge auf einem Ausflug in die Inselhauptstadt Funchal gewesen sein. In einer Kurve in der Nähe der Gemeinde Caniço habe der Fahrer die Kontrolle verloren, erklärte der Bürgermeister des Ortes Santa Cruz, Filipe Sousa, im Fernsehen.

Daraufhin sei der mit über 50 Personen besetzte Bus eine Böschung hinunter gestürzt und habe sich dabei überschlagen.

Warum der Bus von der Straße abkam, ist noch unklar. Nach Medienberichten könnte ein mechanisches Problem am Bus die Unfallursache sein – es erhärtet sich der Verdacht, dass es möglicherweise ein eingeklemmtes Gaspedal war. Auch ein Bremsversagen ist möglich. Das Busunternehmen, dem das Unglücksfahrzeug gehört, kündigte an, die Ermittlungen unterstützen zu wollen.

Telefon-Hotline für Angehörige

Das Auswärtige Amt in Berlin richtete einen Krisenstab ein. Für besorgte Angehörige wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet: 030-50003000.

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