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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Im australischen Outback hat eine Frau zwölf Nächte auf ihre Rettung gewartet, bis sie endlich gefunden wurde. Ihre beiden Freunde, ein Mann und eine Frau, wollten Hilfe holen – doch bisher ist nur der Mann lebend gefunden worden. Am Mittwoch fand die Polizei eine Leiche.

Australien: Frau überlebt zwölf Nächte im Outback; Foto: picture-alliance/ dpa

Meilenweit nichts: das australische Outback.

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Bei der Suche nach einer dritten Vermissten in der australischen Outback-Region ist eine Frau tot aufgefunden worden. Bei der am Mittwoch in der Gegend um Palmer Valley südlich der Stadt Alice Springs entdeckten Leiche handele es sich vermutlich um die letzte Vermisste, Claire Hockridge, teilte die Polizei im Bundesterritorium Northern Territory am Mittwoch mit. Die Identifizierung der Leiche sei noch nicht abgeschlossen, hieß es. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Freunde waren Anfang der Woche gerettet worden

Am Dienstag war einer von zwei noch Vermissten gefunden worden: Phu Tran wurde nach 13 Nächten im Outback südlich der Stadt Alice Springs in Australien von einem Viehzüchter entdeckt, wie die Polizei des Northern Territory am Dienstag mitteilte. Am Montag war schon die 52-Jährige Tamra McBeath-Riley gerettet worden.

Es sollte ein Nachmittag im Outback werden

Deren Rettung hatte auf der ganzen Welt Schlagzeilen gemacht – seither liegt Tamra McBeath-Riley in einem Krankenhaus in Alice Springs. Dort wird sie behandelt, weil sie viel zu wenig getrunken hat. Und das, obwohl die 52-Jährige fast zwei Wochen an einem Wasserloch verbracht hat – und wohl nur dadurch überlebt hat.

Am Dienstag, den 19. November, waren Tamra und ihre beiden Freunde Claire und Phu in Alice Springs losgefahren. Sie hatten den Nachmittag im Outback verbringen wollen. Allerdings war ihr Auto in einem Flussbett südwestlich von Alice Springs stecken geblieben.

Überleben am Wasserloch

Danach versuchte das Trio drei Tage lang, das Auto aus dem Flussbett zu bekommen – schaffte es aber nicht. Es sei so heiß gewesen, dass sich die Freunde tagsüber die meiste Zeit unter ihrem Auto aufhielten, erzählte die gerettete Tamra. Nachts hätten sie im Auto geschlafen.

Ganz in der Nähe hätten die drei dann ein Wasserloch gefunden, das Wasser abgekocht und durch ein T-Shirt gefiltert, erzählte Tamra dem australischen Sender ABC. Es sei nicht das sauberste Wasser gewesen, aber es habe den Frauen wahrscheinlich das Leben gerettet, sagte Polizeipräsidentin Pauline Vicary.

Warten auf Rettung

Donnerstags machten sich Tamras Freunde dann auf den Weg. Ihr Ziel: Eine etwa 20 Kilometer entfernte Schnellstraße. Um der Hitze aus dem Weg zu gehen, wollten sie vor allem nachts laufen und sieben Liter Wasser mitnehmen.

Tamra blieb in der Zeit mit ihrem Hund an dem Wasserloch, da sie den Weg nicht geschafft hätte, sagte Tamra. Neun Tage verharrte sie dort, bis schließlich ein Hubschrauber gekommen sei.

Freundin Claire weiter vermisst

„Als der Hubschrauber mich gefunden hat, dachte ich Claire und Phu hätten die Schnellstraße erreicht. Das war mein unmittelbarer Gedanke. Herauszufinden, dass das nicht der Fall ist, ist beunruhigend“, sagte Tamra.

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Allerdings hatten ihre Freunde Claire und Phu mit Tamras Rettung gar nichts zu tun: Die beiden wurden zunächst weiter vermisst. Auf Tamra aufmerksam wurden die Rettungskräfte durch einen Viehzüchter.

Rettung dank Viehzüchter

Er hatte die Polizei auf Reifenspuren in einer Gegend aufmerksam gemacht, die die Polizisten noch nicht abgesucht hatten. „Als Resultat dieser Information konnten wir das Auto ausfindig machen und von dort aus folgten wir den anderen Spuren und fanden sie“, sagte Polizistin Vicary.