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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Wegen der Buschfeuer ist Melbourne in dichten Rauch gehüllt. Das hat auch Folgen für die Tennisspielerinnen und -spieler beim Qualifikationsturnier für die Australian Open. Eine Slowenin musste wegen Atemnot aufgeben.

Die Slowenin Dalila Jakupovic bekam während ihres Spiels einen Hustenanfall und ging zu Boden. Sie gab auf und musste vom Spielfeld begleitet werden. „Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte die 28-Jährige danach.

Auch andere Spielerinnen hatten Probleme wegen des Rauchs, der die Stadt zur Zeit umhüllt.

Rauch löst in Melbourne Feuermelder aus

Die Qualifikation für die Australian Open geht trotzdem weiter. Die Veranstalter stehen deshalb in der Kritik. Denn: Die Behörden der Stadt Melbourne haben die Luftqualität als „gefährlich“ eingestuft. Die Einwohner der Stadt sollen in den Wohnungen bleiben, Türen und Fenster geschlossen halten. Der Rauch löste im Stadtgebiet Feuermelder aus.

Melbourne: Wegen des Rauchs der Buschbrände tragen in Melbourne viele eine Atemschutzmaske; Foto: picture alliance/David Crosling/AAP/dpa

Wegen des Rauchs der Buschbrände tragen in Melbourne viele eine Atemschutzmaske.

picture alliance/David Crosling/AAP/dpa

Die Tennisspielerinnen und -spieler müssen aber trotzdem im Freien ihre Spiele absolvieren. Die Organisatoren gaben an, dass die Bedingungen besser geworden seien und ständig kontrolliert würden.

Das Turnier beginnt offiziell am 20. Januar. Eine Verschiebung haben die Organisatoren bislang ausgeschlossen. "Wir erwarten keine Verzögerungen, und wir haben zusätzliche Maßnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die Australian Open wie geplant ablaufen können", hatte Turnierdirektor Craig Tiley zuletzt gesagt.

Vergleich Stuttgart mit Melbourne

Allerdings warnt jetzt ein Lungenexperte vor den Folgen. „Je nach Veranlagung kann eine hohe sportliche Belastung im Freien bei diesen Bedingungen zu chronischen Symptomen und Erkrankungen führen“, erklärte Mediziner Elmar Stock. Er verglich die Situation in Melbourne mit dem Stuttgarter Neckartor, einem der am stärksten belasteten Verkehrspunkte in Deutschland. Da lag die Feinstaubelastung in diesem Jahr bei 37 Mikrogramm. In Melbourne bei 393 Mikrogramm.

Sich für einen Tag in Melbourne einer Belastung auszusetzen, sei noch nicht gravierend, sagte der Facharzt. Er wies aber auf die extreme Belastung für einen Leistungssportler hin: „Die ventilieren durch ihre schnelle und kurze Atmung tausende Liter Luft mehr in die Lunge als der normale Mensch.“

Regen in Sicht, aber keine Entwarnung

Seit Monaten wüten in Australien Buschbrände. Nach Angaben der Regierung kamen bislang 28 Menschen ums Leben. Hunderte Millionen Tiere wurden nach Schätzungen von Wissenschaftlern getötet.

Für diese Woche wird in den Brandgebieten Regen erwartet. Doch der könnte nicht nur helfen, sondern auch Probleme mit sich bringen: Heftiger Regen und Gewitter könnten Sturzfluten auslösen.

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