Autor
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Notfalleinsatz: Eine Frau schwebt in Lebensgefahr. Rettungssanitäter holen sie aus ihrem Haus – doch draußen steht kein Rettungswagen mehr. Den hat jemand einfach um die Ecke gefahren.

Es ist Donnerstagnachmittag und eine Frau im Ostteil von Böblingen gerät in Lebensgefahr. Der Rettungswagen kommt, die Besatzung eilt ins Haus und lässt den Wagen mit laufendem Motor, eingeschaltetem Blaulicht und Warnblinker auf der Straße stehen. Die ist dadurch natürlich blockiert. Dann passiert das:

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Rettungswagenfahrer muss den Schlüssel stecken lassen

Irgendwer schnappt sich den Rettungswagen und fährt ihn rund 70 Meter weiter. Und nicht nur das: Der Wagen steht auch noch außer Sichtweite. Als die Sanitäter mit der Frau angelaufen kommen, müssen sie ihr Fahrzeug erst einmal suchen.

Normalerweise können Rettungswagen eingeschaltet bleiben und dennoch für die Wegfahrt gesperrt sein. Dazu muss der Fahrer nur den Schlüssel abziehen. Der Motor läuft dann trotzdem weiter. „Motorweiterschaltung“ heißt das in der Fachsprache.

Im Böblinger Fall jedoch hat ein technischer Defekt die Weiterschaltung verhindert. Die Folge: Als der Fahrer ins Haus eilt, um seine Sanitäter-Kollegen zu unterstützen, muss er den Schlüssel stecken lassen, um den Motor am Laufen zu halten. Das hat den dreisten Klau möglich gemacht. Als dann der Notarzt eintrifft, ist der Wagen bereits verschwunden.

Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen. Die Ermittlungen wegen Behinderung hilfeleistender Personen seien in vollem Gange, sagt ein Sprecher am Sonntag. Darauf stehen Geldstrafen, beziehungsweise bis zu einem Jahr Gefängnis. Vermutlich habe man bald Ergebnisse, glaubt der Sprecher.