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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Baden-Württemberg wird am Donnerstag per Erlass die Abfertigung von Tiertransporten verbieten, wenn es über 30 Grad heiß ist. Das hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk SWR3 exklusiv gesagt.

Momentan gibt es in Deutschland Rekordtemperaturen. Neben der erhöhten Gefahr von Waldbränden ist das auch ein Problem für Menschen und Tiere. Erst am Mittwoch hatte die Polizei einen Viehtransporter mit 143 Schweinen gestoppt, nachdem ein aufmerksamer Autofahrer einen Hinweis gegeben hatte.

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Im Inneren des Transporters wurden daraufhin 41 Grad gemessen, der Wassertank der Tiere war leer – demensprechend dehydriert seien die Schweine gewesen, sagte ein Sprecher. Drei von ihnen waren sogar schon gestorben. Der Fahrer bekommt jetzt eine Anzeige wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Baden-Württemberg stoppt Tiertransporter bei Hitze

Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister BW; Foto: picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa

Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg

picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa

Damit sich solche Fälle in Baden-Württemberg möglichst nicht wiederholen, will das Land noch am Donnerstag per Erlass die Abfertigung von Tiertransporten verbieten, wenn es über 30 Grad heiß ist. Das hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) SWR3 gesagt. Damit dürfen Tiertransporter gar nicht erst losfahren, wenn für den jeweiligen Tag 30 Grad vorhergesagt sind. Das gelte für die genehmigungspflichtigen Transporte mit einer Fahrzeit von über acht Stunden, so Hauk.

Damit will das Land Baden-Württemberg eine EU-Verordnung einhalten, laut der die Temperaturen innerhalb des Transporters nicht über 35 Grad gehen dürfen. Darin steht wörtlich:

Belüftungssysteme in Straßentransportmitteln müssen so konzipiert und konstruiert sein und so gewartet werden, dass zu jedem Zeitpunkt während der Beförderung und unabhängig davon, ob das Transportmittel steht oder fährt, je nach Außentemperatur für alle Tiere innerhalb des Transportmittels Temperaturen in einem Bereich zwischen 5 °C und 30 °C, mit einer Toleranz von ± 5 °C, gehalten werden können.

Um die Einhaltung dieser Vorschriften für die Behörden während solcher Transporte besser überprüfen zu können, werde eine Abfertigung von Tiertransporten aus Baden-Württemberg in entfernte Drittstaaten in Zukunft nur dann erlaubt, wenn den zuständigen Behörden ein direkter Online-Zugang auf die Daten der Navigationssysteme ermöglicht wird, hat Hauk betont.

Gibt es in Rheinland-Pfalz auch schon so eine Verordnung?

In Rheinland-Pfalz sei so ein Erlass aber nicht notwendig, heißt es vom Umweltministerium dort gegenüber SWR3 – die EU-Verordnung werde ohnehin schon umgesetzt.  In Nordrhein-Westfalen, dort wo der Tiertransporter mit den Schweinen am Mittwoch gestoppt wurde, gilt, dass es für Tiertransporten klare Regeln für Routen, Versorgungstationen und Temperatur geben muss – allerdings nur für Transporte in Länder außerhalb der EU.

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Laura Bisch
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