Spanien ist ein beliebtes Urlaubsland. Doch die Einwohner von Barcelona haben langsam genug. Ihnen wird der Touristenrummel zu viel und deshalb wehren sie sich jetzt.

Spanien ist als Urlaubland so beliebt wie nie. Über Ostern konnten sich die Hotels über eine Auslastung von mehr als 90 Prozent freuen. Neben Mallorca steht vor allem Barcelona bei den Touristen hoch im Kurs. Zehntausende Menschen schieben sich täglich über die berühmte Einkaufstraße „La Rambla“.

Die Rambla in Barcelona; Foto: Imago

Die berühmte Straße „La Rambla“ in Barcelona

Imago

Doch die Einwohner der Stadt haben da keine Lust mehr drauf. Bei einer Umfrage der Stadtverwaltung gab fast jeder zweite Einwohner von Barcelona an, dass er sich ein Urlauber-Limit wünsche. Vor fünf Jahren waren es nur 25 Prozent – also jeder Vierte.

Barcelona verliert seine Seele

Um ihren Unmut zu zeigen, demonstrieren die Leute in letzter Zeit immer wieder. Dabei halten sie Plakate hoch mit Sprüchen wie „Gebt uns unsere Stadt zurück“ oder „Der Tourismus tötet Barcelona“. Die Einwohner haben vor allem das Gefühl, dass sich ihre Stadt zu einem kommerziellen Freizeitpark entwickelt und die kulturelle Seele verliert.

Es gibt aber auch noch ein ganz praktisches Problem: Die Preise für Wohnungen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Weil sich mit Touristen mehr Geld verdienen lässt, vermieten viele Immobilienbesitzer lieber an sie. Um das einzudämmen, hat die Stadt sich eigentlich etwas überlegt. Wer seine Wohnung an Urlauber vermieten möchte, braucht eine spezielle Lizenz – und die werden schon längere Zeit nicht mehr vergeben. Doch irgendwie klappt das System nicht so richtig. Im Internet tauchen auf den Vermietungsportalen immer wieder neue Wohnungen auf.

Klasse statt Masse

Deshalb hat die Bürgermeisterin von Barcelona jetzt eine neue Idee ins Spiel gebracht: Es sollen im Zentrum keine neuen Hotels mehr gebaut werden. Auch wenn ein altes Hotel schließt, darf kein neues mehr dort einziehen. Dadurch soll mittelfristig die Zahl der Hotelbetten sinken.

Dieser Plan scheint die Demonstranten zu überzeugen. Sie glauben, dass der Massentourismus dadurch besser kontrolliert werden kann. Ob es wirklich hilft, wird sich allerdings wohl erst in ein paar Jahren zeigen.

Und ganz verzichten wollen die Einwohner von Barcelona auf Touristen auch nicht. Doch das ausgerufene Ziel ist und bleibt: Klasse statt Masse!