Bei Air Berlin normalisiert sich der Betrieb wieder. Nach Angaben der Fluggesellschaft ist der Krankenstand der Piloten deutlich gesunken. Vereinzelt gibt es aber noch Flugausfälle.

Lage entspannt sich

In den vergangenen beiden Tagen waren viele Air Berlin-Flüge wegen kurzfristiger Krankmeldungen von rund 200 Piloten ausgefallen. Das hat unter anderem die Flughäfen Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin betroffen.

Mittlerweile scheint sich die Lage aber wieder zu entspannen – immer mehr Piloten von Air Berlin kommen wieder zur Arbeit und es fallen weniger Flüge aus. Das bestätigte eine Sprecherin der Airline. In Stuttgart wurden heute noch acht Flüge abgesagt, auch an anderen deutschen Airports gab es noch einzelne Ausfälle.

Flugverbindung trotzdem vorher checken

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Gäste“, so eine Sprecherin Anfang der Woche. Reisenden, die von Streichungen betroffen seien, solle demnach die „bestmögliche Reisealternative“ angeboten werden. Sie sollten nicht zum Flughafen kommen, sondern die Service-Hotline anrufen. Entstandene Mehrkosten könnten später geltend gemacht werden.

Ist Entscheidung der Geschäftsleitung Ursache der Ausfälle?

Mehrere Zeitungen berichteten, dass Piloten und Flugbegleiter nicht zum Dienst erschienen sind – aus Widerstand gegen die Geschäftsleitung. Diese hatte am Montag Verhandlungen für einen Übergang der 1.200 Air-Berlin-Piloten auf den potenziellen neuen Käufer abgebrochen.

Lauda oder China?

Der Unternehmer Niki Lauda will gemeinsam mit der Fluggesellschaft Condor etwa 100 Millionen Euro für Teile von Air Berlin bieten. Der frühere Rennfahrer sagte dem ORF, genaueres hänge von den Details ab. Nach einem Bericht des österreichischen Kurier wollen Lauda und seine Partner neben der Air Berlin-Tochter Niki zusätzlich 17 Maschinen der insolventen Air Berlin übernehmen.

Die Bild-Zeitung berichtet außerdem von einem weiteren Interessenten an der Fluglinie: Der chinesische Unternehmer Jonathan Pang wolle bis Freitag ein Angebot abgeben, so die Zeitung. Pang hat mit einer Gesellschaft vor zehn Jahren den ehemaligen Militärflughafen in Parchim/Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Dort läuft aber immer noch kein Flugbetrieb. Möglicherweise will der Unternehmer im Fall einer Übernahme die Basis von Air Berlin nach Parchim verlegen.

Flugprogramm bereits reduziert

Zuletzt hatte Air Berlin bereits aus Kostengründen einige Langstreckenflüge gestrichen. Die Buchungen waren nach der Insolvenzankündigung zurückgegangen, so dass die Flüge sich nicht mehr gerechnet hatten. Ab dem 25. September soll zudem das Karibik-Programm ab Düsseldorf beendet und die Streichung der USA-Flüge vorgezogen werden.

Die Zukunft von Air Berlin ist noch nicht gesichert. Noch bis zum 15. September können Interessenten ihre Angebote abgeben. Eine Entscheidung könnte schon am 21. September fallen.