Autor
Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Zwei Wochen nach dem Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel White Island suchen die Rettungskräfte nicht weiter nach den letzten beiden vermissten Menschen. Niemand rechnete mehr damit, sie noch lebend zu finden. Insgesamt sind demnach 19 Menschen bei dem Ausbruch ums Leben gekommen.

Die Suche nach den zwei noch vermissten Leichen nach dem Vulkanausbruch ist eingestellt. Die Entscheidung sei nach „ausführlichen Suchaktionen vor der Küste“ von White Island gefallen, sagte Polizeivertreter Andy McGregor der Nachrichtenagentur AFP. „Es konnten leider keine weiteren bedeutsamen Elemente lokalisiert werden.“

Die Familien seien über den Schritt informiert worden. McGregor ergänzt jedoch, dass die Suche sofort wieder aufgenommen würde, wenn sich Hinweise auf den Fundort der beiden Leichen ergeben würden. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt nun offiziell bei 19 Toten.

Sechs Leichen konnten geborgen werden

Acht Menschen wurden insgesamt seit dem Ausbruch des Vulkans vermisst – sechs der Leichen hatte die Polizei bei Drohnenflügen geortet und konnte sie bergen. Nach den fehlenden zwei Personen suchten auch Taucherinnen und Taucher rund um die Insel. Die Rettungskräfte hielten es für möglich, dass sie ins Meer gespült worden waren.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu Twitter erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Den Beitrag bei Twitter ansehen.

Touristentouren trotz Vulkanaktivität

White Island gilt als beliebtes Touristenziel – rund 10.000 Menschen besuchen die Insel im Jahr. In den letzten Wochen wurde der Vulkan auf der Insel wieder aktiver, trotzdem gab es weiter Touren nach White Island. Aufnahmen einer Webcam kurz vor dem Ausbruch zeigten eine Wandergruppe in der Nähe des Kraters.

Opfer kämpfen ums Überleben

Nach wie vor werden mehr als 20 Menschen in Krankenhäusern behandelt, die meisten von ihnen sind in kritischem Zustand. Viele haben schwere Verbrennungen erlitten.

Mehrere der Opfer könnten nicht sprechen, sie hätten Verbrennungen nicht nur an der Körperoberfläche, sondern auch an inneren Organen, sagte Polizeiminister Stuart Nash dem Sender Radio New Zealand. Mediziner und Pathologen arbeiten an der Identifizierung aller Betroffenen, aber die Verbrennungen der Menschen machen das schwer. Sieben Todesopfer konnten inzwischen identifiziert werden, darunter vier Australier, zwei US-Bürger mit Wohnsitz in Australien sowie ein neuseeländischer Touristenführer.

Auch vier Deutsche unter den Verletzten

47 Menschen waren auf White Island, als der Vulkan – den die Ureinwohnerinnen und Ureinwohner Te Puia O Whakhaari nennen – ausbrach. Auch vier Deutsche sind nach Auskunft des Auswärtigen Amtes unter den Verletzten. Vermisst werden noch ein Bootskapitän und ein Fremdenführer aus Neuseeland. Weitere Opfer kamen ebenfalls aus Neuseeland, aus Australien, den USA, Großbritannien, China und Malaysia.

Schweigen eine Woche nach dem Unglück

Neuseeland hat mit einer Schweigeminute exakt eine Woche nach dem Vulkanausbruch der Toten und Verletzten gedacht. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hatte die Neuseeländer aufgerufen, um 14:11 Uhr Ortszeit einen Augenblick innehalten und ihrer Trauer um die Toten und ihrer Unterstützung für die Angehörigen Ausdruck geben.

Autor
Tim Stobbe
Autor
Kerstin Welter
Autor
SWR3