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Die Berlinale schafft in diesem Jahr, woran die Oscars immer wieder scheitern: So viele Wettbewerbsfilme wie nie zuvor sind unter weiblicher Regie entstanden. Ein Blick auf ihre Anzahl zeigt allerdings: Ganz so hoch fällt sie eigentlich gar nicht aus.

Sieben von 17. Das ist eigentlich kein sehr großer Anteil. Für die Berlinale ist das allerdings ungewöhnlich – und laut Festivaldirektor Dieter Kosslick ein Rekord.

Kein Film einer Regisseurin für einen Oscar nominiert

Bei seiner letzten Berlinale hat der scheidende Direktor jetzt so viele weibliche Regisseurinnen wie noch nie in den Wettbewerb geholt. Kosslick betont aber: Die Filme liefen auf seinem Festival weil sie gut seien, nicht weil sie von Frauen kämen.

Der Anteil entspricht zwar immer noch nicht der Hälfte – es sind aber mehr weibliche Regisseurinnen als bei anderen Filmfestivals. Im vergangenen Jahr gab es laut der Deutschen Welle in Cannes drei und in Venedig einen Film. Für die diesjährigen Oscars ist demnach kein einziger Film einer Regisseurin nominiert.

Auch den Ehrenbär bekommt mit Charlotte Rampling eine Frau. Für Juliette Binoche, die diesjährige Jurypräsidentin, ist der Frauenanteil des Wettbewerbs in diesem Jahr „ein gutes Zeichen“ und ein „guter Schritt nach vorn.“ Dennoch: Bei Drehbuch, Schnitt und Kamera sind Männer beispielsweise deutlich in der Überzahl.

Kosslick gibt Leitung nach 18 Jahren ab

Die 69. Internationalen Filmfestspiele finden bereits zum 18. Mal unter der Leitung von Kosslick statt. Ab dem nächsten Jahr wird die Berlinale dann unter der Federführung einer Doppelspitze stattfinden. Diesmal sind es ein Mann und eine Frau: Carlo Chatarian und Marietta Rissenbeek.

Autor
Vanessa Valkovic
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SWR3