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Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
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Zwei junge Männer liefern sich ein Autorennen, ein unbeteiligter Mann stirbt. Vor drei Jahren verurteilte ein Berliner Gericht die beiden Männer als Mörder. Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung aufgehoben. Nun wurden die beiden Männer erneut des Mordes schuldig gesprochen.

Unfallstelle in der Berliner City; Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Bei dem illegalen Autorennen vor drei Jahren ist ein Mensch gestorben.

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Gut drei Jahre nach dem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt hat das Landgericht die beiden Raser zum zweiten Mal wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt. Es verhängte lebenslange Gefängnisstrafen. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass die heute 30 und 27 Jahre alten Fahrer in ihren Autos den Tod eines 69-Jährigen billigend in Kauf nahmen. „Was geschah, hatte mit Fahrlässigkeit nichts zu tun“, sagte der Vorsitzende Richter. „Die Angeklagten haben aus nichtigem Anlass mit dem Leben anderer Menschen gespielt.“

Was war geschehen?

Die beiden Männer waren spontan mit bis zu 170 Stundenkilometern über den Ku'damm gefahren. Der jetzt 30-Jährige hatte den Jeep des unbeteiligten Rentners gerammt, dieser starb in seinem Wagen. Der Jeep wurde meterweit durch die Luft geschleudert. Die beiden Raser wurden kaum verletzt.

Deutschlandweit zum ersten Mal in einem Raser-Fall hatte eine andere Strafkammer des Berliner Landgerichts gegen beide Männer im Februar 2017 lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verhängt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil aber aufgehoben. Er sah den Tötungsvorsatz nicht genügend begründet und gab den Fall zurück an eine andere Kammer des Berliner Gerichts. Doch die Richter dort kamen nun auch in dem neuen Prozess zu dem gleichen Schluss.

In seinem Schlusswort hatte der 30-jährige Angeklagte eingeräumt, er würde „gern ungeschehen machen, was geschehen ist“. Auch der jüngere Angeklagte hatte betont, er wolle sich aufrichtig entschuldigen.

Raser können inzwischen härter bestraft werden

Seit Oktober 2017 können Teilnehmer an illegalen Autorennen härter bestraft werden. Im Strafgesetzbuch gibt es nun den Paragrafen 315d. Wird durch ein „verbotenes Kraftfahrzeugrennen“ der Tod eines anderen Menschen verursacht, können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden. Rückwirkend konnte die neue Regelung auf den Berliner Raser-Fall aber nicht angewandt werden.