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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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Bielefeld hat mehr als 300.000 Einwohner und seit 25 Jahren ein Problem: Dass es die Stadt nicht gibt. Zumindest sagen das Verschwörungstheoretiker. Wer dafür den ultimativen Beweis bringt, kann jetzt reich werden.

Der wohl bekanntesten – mutmaßlich – unbekannten Stadt Nordrhein-Westfalens reicht es. Bürgermeister Pit Clausen und das Stadtmarketing wollen nicht mehr die Stadt sein, die es nicht gibt. Sie haben eine Million in einen grauen Geldkoffer gepackt, versehen mit einem Aufkleber „#Die Bielefeldmillion“ und wollen damit einer hartnäckigen Verschwörungstheorie endgültig ein Ende machen. Wer wissenschaftlich nachprüfbar beweisen kann, dass es Bielefeld nicht gibt, bekommt dafür eine Million Euro!

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Die Reaktionen kamen prompt – und sehr zahlreich. Zwischenzeitlich war die Homepage der Aktion nicht mehr erreichbar. Und wilde „Beweise“ liefen bei Twitter auf.

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Verschwörungstheorie seit einer Party vor 25 Jahren

Alles fing ganz harmlos an – auf einer Studentenfeier in Kiel, vor 25 Jahren. In einem satirisch gemeinten Text wurde da behauptet, es gäbe die ostwestfälische Stadt nicht, sie sei nur die Erfindung dunkler Mächte. Der Urheber des Textes, der Kieler Informatiker Achim Held, wollte damit abstruse Verschwörungstheorien aufs Korn nehmen wollen, aber sein Witz wurde zum Selbstläufer. Seitdem muss jeder Bielefelder dumme Sprüche aushalten, sobald er oder sie die Heimatstadt nennt. Das Stadtmarketing hat also einen Plan ausgeheckt: Warum also nicht mal alle damit konfrontieren und dabei das Image der Stadt aufpolieren?

Was wir von euch verlangen, ist eine ganz schöne Herausforderung. Ihr müsstet immerhin mal eben so das Zentrum einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands „verschwinden“ lassen.

Stadt Bielefeld in den Wettbewerbsbedingungen

Auch Promis witzeln über Bielefeld

John Lennons Frau Yoko Ono, die als Künstlerin in der Bielefelder Kunsthalle ausstellte, schrieb zum Beispiel vor mehr als zehn Jahren in einem Blog: „The town of B definitely did exist. I was there.“ Und auch Kanzlerin Angela Merkel hatte vor Jahren die Lacher auf ihrer Seite, als sie von Bielefeld erzählte und spontan den offiziellen Redetext ergänzte um: „...so es denn existiert“.

Kreative Beweisführung ist willkommen

Bis zum 4. September darf nun jeder, der sich berufen fühlt, seine Beweise im Wettbewerb einreichen. Texte, Bilder und Videos sind zugelassen, jede Argumentation wird von Experten geprüft, hat die Stadt angekündigt. Man sei sich „zu 99,9 Prozent sicher, dass man jeden Beweis widerlegen“ könne. Und falls nicht: Steuergeld stehe hier nicht auf dem Spiel, das Preisgeld komme von Sponsoren.