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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Norwegische Fischer haben im Polarmeer einen Belugawal entdeckt, der möglicherweise für militärische Zwecke trainiert wurde. Er könnte aus einer russischen Forschungseinrichtung ausgebrochen sein. Jetzt laufen Untersuchungen.

Als die Fischer den Belugawal entdeckten, sahen sie, dass er etwas um den Körper geschlungen hatte. Weil sie dachten, er hätte sich in einem Seil oder ähnlichem verfangen, sprang einer der Fischer in das eiskalte Polarmeer, um den Wal daraus zu befreien.

Möglicherweise wurde der Wal trainiert

Ein Sprecher des norwegischen Fischereiverbandes erklärte jetzt, dass es sich bei dem Gegenstand allerdings um einen Gurt gehandelt habe. Darauf seien die Worte „Ausrüstung St. Petersburg“ zu lesen. Außerdem sei an dem Gurt eine Kamera befestigt gewesen.

Das von der Norwegischen Fischereiaufsichtsstelle zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Beluga-Wal, der ein Geschirr trägt.; Foto: picture alliance/Joergen Ree Wiig/Norwegian Directorate of Fisheries Sea Surveillance Unit/AP/dpa

Die Fischer entdeckten den Belugawal mit dem umgeschnallten Gurt.

picture alliance/Joergen Ree Wiig/Norwegian Directorate of Fisheries Sea Surveillance Unit/AP/dpa

Die Zeitung Aftenposten berichtet, der Wal könnte aus einer Forschungseinrichtung des russischen Militärs geflohen sein, in der Wale für militärische Zwecke ausgebildet werden. Das norwegische Militär will den Gurt nun untersuchen.

Tiere im Militäreinsatz

Dass das Militär Tiere einsetzt ist nicht ungewöhnlich. Schon in der Antike hatte Hannibal Elefanten als Transporttiere und um dem Gegner durch ihre Größe Angst einzujagen.

Minen-Ratte in Kambodscha; Foto: dpa

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Bekannt sind auch Brieftauben, die Nachrichten transportieren oder mit Kameras ausgerüstet sind. Oder Ratten, die zur Minensuche eingesetzt werden. Die US-Marine hatte im Vietnamkrieg auch mehrere Seehunde und Delfine, die Seeminen aufspürten.

Israel hatte lange Zeit Lamas im Einsatz. Sie wurden als Lastenträger eingesetzt, hatten aber auch eine strategische Aufgabe: Weil ihr Fell Wärme absorbiert, blieben die Soldaten an ihrer Seite auf Wärmebildkameras unsichtbar. Die Lamas sind mittlerweile im Ruhestand und wurden durch Roboter ersetzt.

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