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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Das Affenhaus im Krefelder Zoo wurde in der Silvesternacht vollständig niedergebrannt. Wie dramatisch und emotional die Situation für die Einsatzkräfte in dieser Nacht war, geht jetzt aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hervor.

Über 30 Tiere starben in der Silvesternacht in den Flammen im Krefelder Zoo. Wie viel diese Nacht von den Einsatzkräften abverlangte, zeigt auch ein erst jetzt bekannt gewordener Fall: Ein Gorilla musste von der Polizei erschossen werden. Laut dem Zoo konnten die Tierärzte bei drei Menschenaffen noch schwache Lebenszeichen erkennen. Allerdings konnten „keine Überlebenschancen“ festgestellt werden.

Narkotikum wirkte bei schwer verbranntem Gorilla nicht

Deshalb seien laut dem Zoo zwei der Tiere direkt mit einem hoch konzentrierten Narkotikum eingeschläfert worden, um es von seinem Leiden zu erlösen. Ein männlicher Gorilla habe unter Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden gelitten. Aufgrund der starken Verletzungen habe das Narkotikum nicht sofort seine volle Wirkung entfaltet. Daher seien die Schüsse der Polizei die schnellste Möglichkeit gewesen, um das Tier von seinem Leiden zu erlösen.

Ein 34-jähriger Beamte musste die tödlichen Schüsse auf den Gorilla abfeuern. An den folgenden Tagen seien aus Fürsorge „intensive Gespräche“ mit ihm geführt worden.

Die Polizei sagt dazu:

„Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Ansonsten hätten sich unsere Kollegen nach dem Tierschutzgesetz (§ 17) strafbar machen können.“

Warum wird erst jetzt über die Schüsse gesprochen?

Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen sei bereits bei der ersten Pressekonferenz darüber informiert gewesen. Der Zoo habe sich aber zusammen mit der Polizei dazu entschlossen, diese Information nicht mitzuteilen – zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen.

Wie der Gorilla gestorben war, war am Mittwoch durch einen Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums bekannt geworden. Darin wird auch klar, wie groß die emotionale Belastung für die Einsatzkräfte in dieser Nacht war. Dort heißt es: „Während und nach dem Einsatz wurde den Einsatzkräften und den Mitarbeitern eine psychologische Unterstützung angeboten. Derzeit werden einige Mitarbeiter über die katholisch/evangelische Notfallseelsorge der Stadt Krefeld betreut.“

Was war passiert?

Laut den Ermittlungen der Behörden war der Brand in der Nacht zu Neujahr durch eine Himmelslaterne ausgelöst worden. Sie landete auf dem Dach des Affenhauses und setzte dieses in kürzester Zeit in Brand. Drei Frauen haben gestanden, die Himmelslaterne gestartet zu haben. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.