Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Einer von zwei eineiigen Zwillingen zeugt mit einer Frau ein Kind. Die Mutter klagt vor Gericht Unterhalt ein. Doch wer von den genetisch identischen Männern der Vater ist, lässt sich nicht ermitteln. Unterhalt bekommt die Frau trotzdem – und zwar in doppelter Höhe.

Ein Richter in Brasilien hat geurteilt, dass zwei eineiige Zwillingsbrüder zusammen Unterhalt für ein Kind bezahlen müssen. Einer von beiden hat nachweislich ein Kind gezeugt. Doch genetisch sind beide identisch und damit lässt sich nicht ermitteln, wer von beiden tatsächlich der Vater ist. Beide schwiegen vor Gericht.

Im Zweifel gegen beide Angeklagten

Mit diesem Kniff versuchte sich der wirkliche Vater mit Unterstützung seines Bruders aus der Affäre zu ziehen. Was irgendwie clever, vor allem aber dreist klingt, wurde jetzt mit einer ungewöhnlichen Entscheidung bestraft.

Der Richter sprach in seiner Urteilsbegründung von „abscheulichem Verhalten“, das nicht toleriert werden dürfe. Die beiden Zwillingsbrüder würden durch ihr Verhalten dem Kind verschweigen, wer denn nun ihr Vater ist. Deswegen müssen nun beide Männer rund 44€ oder 30 Prozent des brasilianischen Mindestlohns als Unterhalt zahlen.

Zwei Väter in Geburtsurkunde

Damit bekommt das Kind jetzt sogar doppelt so viel Unterhalt wie andere. Richter Filipe Luís Peruca entschied außerdem, dass beide Männer als Väter in der Geburtsurkunde des Mädchens eingetragen werden müssen.

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Mario Demuth
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SWR3