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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Hunderte Millionen Centmünzen werden jedes Jahr neu geprägt. So wirklich beliebt scheinen sie jedoch nicht zu sein. Der Fraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer, fordert, dass die Minimünzen abgeschafft werden.

Die Bundesbank solle aufhören, Ein- und Zwei-Cent-Münzen zu prägen, forderte Krischer in der Saarbrücker Zeitung. „Die Münzen sind komplett überflüssig und hauptsächlich ein Ärgernis in der Geldbörse“, sagte er.

Krischer sieht Finnland und Irland als gute Beispiele. Dort würden die Zentralbanken die kleinen Münzen nicht mehr produzieren.

Was passiert beim Wechselgeld?

Viele Menschen in Deutschland sind jedoch begnadete Schnäppchenjäger. In kaum einem anderen Land gibt es so viele sogenannte Schwellenpreise wie hier – also Preise wie 1,99 Euro oder 49,99 Euro. Das wirft die Frage auf, was man bei solchen Summen als Wechselgeld zurück bekommt.

Auch dafür hat Krischer eine Lösung: Die Geschäfte sollen die Preise an der Kasse einfach runden, also auf Beträge mit einer 0 oder einer 5 am Ende.

drei Stapel mit Ein- und Zwei-Cent-Münzen; Foto: imago

Viele würden die Centmünzen gern für immer aus ihren Portemonnaies verbannen.

imago

Hunderte Tonnen Stahl und Kupfer

Hintergrund seiner Forderung ist die aufwendige Produktion der Münzen. Allein 2018 wurden in Deutschland rund 453 Millionen Ein-Cent-Stücke und 479 Millionen Zwei-Cent-Stücke geprägt. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf Anfrage des Grünen-Politikers hervor.

Krischer sieht darin eine enorme Verschwendung von Ressourcen und Energie. Laut Zeitungsbericht wurden in den vergangenen drei Jahren 416 Tonnen Kupfer und 7026 Tonnen Stahl benötigt.

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