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Der Brexit und die Folgen – inzwischen ein Buch mit unendlich vielen Kapiteln. Jetzt fürchten auch die deutschen Gemüsebauern den – wie auch immer gearteten – Ausstieg der Briten aus der EU: Sie haben Angst vor einem Preisverfall. Wie erklären, was das für deutsche Verbraucher bedeutet.

Kurzfristig könnten Gemüse und Obst auf deutschen Märkten günstiger werden. Holländische Gurken, Tomaten oder Paprika, die normal nach Großbritannien gehen sollen, könnten nach Deutschland umgeleitet werden. Durch einen harten Brexit würde es an der Grenze komplizierter werden. Es gibt Wartezeiten: Zeit, die man bei leicht verderblicher Ware wie Obst und Gemüse nicht hat. Da suchen sich die Produzenten andere, unkompliziertere Märkte – wie zum Beispiel Deutschland.

Gemüsebauern befürchten Preisverfall

Zusätzliche Ware aus den Niederlanden bedeutet hier allerdings zusätzliche Konkurrenz. Deshalb befürchtet der Verband der deutschen Gemüsebauern einen Preisverfall. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass jetzt die Verbraucher beim Einkauf dank dem Brexit-Chaos günstig Gemüse kaufen können. Im Moment schwimmt alles in Formulierungen mit könnte, hätte, würde – keiner kann abschätzen, was das heißt.

Das Institut für Marktanalyse am Thünen-Institut hat sich all dieses Wenn und Aber im Zusammenhang mit dem Brexit angeschaut und sagt: Ja – kurzfristig kann es zu solchen Handelsumleitungen kommen und dann kann das auch die Preise für Obst und Gemüse in Deutschland senken.

Am Ende wird es eher teurer

Aber die Entwicklung rund um Brexit und Agrarhandel geht wohl eher in Richtung „teurer“. Wenn es irgendwelche Zölle geben wird, wenn Handelslizenzen besorgt werden müssen, Zollformulare ausgefüllt werden müssen, man schlicht Schlange stehen muss, um die Ware über die Grenze zu kriegen, dann sind das zusätzliche Kosten, die die Produkte teurer machen.