In der zweiten Runde der Brexit-Verhandlungen geht es um Konkretes – und schon gibt es Ärger. Der EU gehen die Vorschläge der Briten nicht weit genug, was die Rechte ihrer Bürger im Königreich angeht.

Wie geht es mit den EU-Bürgern in Großbritannien weiter? Das ist eine Frage, auf die die zweite Runde der Brexit-Verhandlungen in Brüssel eine Antwort geben soll. Aber: Schon am ersten von vier Verhandlungstagen gibt es Streit. Der EU gehen die Vorschläge der Briten nicht weit genug. Die hatten vorgeschlagen, dass EU-Ausländer, die seit fünf Jahren im Königreich leben, dort weiter wohnen und arbeiten können. Allerdings gibt es noch immer kein Datum, wann die Fünf-Jahres-Frist beginnen soll.


Ohne Aufenthaltsgenehmigung geht nichts

Eine Frage ist dabei auch noch offen: Was passiert eigentlich mit den EU-Ausländern, die noch keine fünf Jahre im Königreich leben. Müssen sie wieder zurück in ihre Heimatländer oder gibt es eine andere Lösung? Und wie könnte der Familiennachzug geregelt werden? Die EU hat noch viele Fragen an die Briten. Feststeht: Die drei Millionen EU-Bürger in Großbritannien werden alle eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen müssen.


EU-Parlament warnt Britische Regierung

Brexit-Verhandlungen in Brüssel; Foto: dpa/picture-alliance
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Weil das EU-Parlament nicht zufrieden mit den bisherigen Vorschlägen aus London ist, haben es schon eine Warnung an die Briten geschickt: Es könne auch sein Veto einlegen, wenn Großbritannien den EU-Bürgern nach dem Brexit nicht mehr Rechte einräumt. Möglich, dass es einen Kompromiss geben könnte – der würde wahrscheinlich auch für die etwa eine Million Briten gelten, die in den anderen EU-Ländern außerhalb ihrer Heimat leben.


Beide Seiten wollen Fortschritte

Am ersten Verhandlungstag haben der britische Brexit-Minister David Davis und EU-Chefunterhändler Michel Barnier miteinander gesprochen. „Es ist unglaublich wichtig, dass wir jetzt gute Fortschritte machen“, sagte Davis nach dem Treffen mit Barnier. Er will wieder zurück nach London fliegen und erst am Donnerstag zur Pressekonferenz wieder nach Brüssel kommen. Die Gespräche führen nämlich zum großen Teil Beamte.