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Um Schafe und andere Nutztiere zu schützen, dürfen Wölfe künftig einfacher abgeschossen werden. Eine Neuregelung besagt: Es darf so lange geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt – auch wenn dadurch ein ganzes Rudel getötet wird.

Der Bundestag hat am Donnerstag nach einem langen Streit einen Gesetzesentwurf verabschiedet. Der soll künftig den Abschuss von Wölfen in Deutschland regeln.

Nach den von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vorgelegten Plänen darf auch dann geschossen werden, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es sollen so lange Wölfe geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt. Dadurch können unter Umständen mehrere Wölfe beziehungsweise ein ganzes Rudel getötet werden.

Jeder Abschuss muss allerdings von der zuständigen Landesbehörde genehmigt werden. Zudem sollen Jäger regelmäßig vorab einbezogen werden.

Carsten Träger (SPD): „Es wird kein unkontrolliertes Rudel-Schießen geben“; Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dp

Nachrichten Carsten Träger (SPD): „Es wird kein unkontrolliertes Rudel-Schießen geben“

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Füttern und Anlocken soll verboten werden

Auch in Sachen Entschädigung soll sich etwas ändern. Künftig soll schon eine Abwendung „ernster wirtschaftlicher Schäden“ reichen, bisher ist im Gesetz von „erheblichen Schäden“ die Rede. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, Entschädigungen zu bekommen, wenn Wölfe zuschlagen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Mischlinge aus Wolf und Hund – sogenannte Hybride – geschossen werden sollen. Und damit sich Wölfe nicht an Menschen gewöhnen, soll das Füttern und Anlocken verboten werden.

WWF begrüßt Pläne

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Pläne der Bundesregierung. Sie machten deutlich, dass Ausnahmen vom strengen Schutzstatus des Wolfes und anderer geschützter Tierarten enge Grenzen gesetzt seien. Die Tötung eines Wolfes müsse auch bei der neuen Gesetzeslage Ultima Ratio sein. Um ein langfristiges Miteinander von Menschen, Weide- und Wildtieren zu ermöglichen, seien flächendeckende Maßnahmen zum Herdenschutz in allen Bundesländern mit Wolfsvorkommen das A und O.

Wölfe auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Der Wolf galt in Deutschland lange Zeit als ausgerottet. In den letzten Jahren ist er aber wieder zurückgekehrt und breitet sich aus. Nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz leben in Deutschland derzeit rund 300 erwachsene Tiere. Die meisten Wölfe davon sind in Ost- und Norddeutschland heimisch. Aber auch im Südwesten wurden bereits Wölfe nachgewiesen. Ein Rüde mit dem Kürzel GW 852m lebt im Nordschwarzwald. In Rheinland-Pfalz leben mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei weibliche Wölfe. Eine Fähre im Kreis Altenkirchen, die andere im benachbarten Kreis Neuwied.

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Der CDU-Abgeordnete Hermann Färber sagte am Donnerstag im Bundestag, bei 639 Übergriffen von Wölfen im vergangenen Jahr seien bundesweit 2.067 Nutztiere gerissen worden. Einen bestätigten Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland gab es seit der Rückkehr der Tiere nicht.