Autor
Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Der Bundestag hat heute das Mandat für die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Libanon und Kosovo um jeweils ein Jahr verlängert. Das Kabinett hat den Verlängerungen bereits zugestimmt – da die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist, musste auch die Mehrheit des Bundestags zustimmen. Warum ist die Bundeswehr überhaupt im Kosovo und im Libanon? Und an welchen Auslandseinsätzen ist sie noch beteiligt?

Warum ist die Bundeswehr im Kosovo?

Die Bundeswehr ist bereits seit 1999 im Kosovo im Einsatz. Es ist ihr bisher längster Auslandseinsatz. Dort ist sie Teil der KFOR – der Kosovo Force. Das ist eine militärische Formation unter der Obhut der Nato, auf der Grundlage eines UN-Mandats. Daran sind unter anderem auch Frankreich, Großbritannien und die USA beteiligt.

Der Kosovokrieg dauerte von 1998 bis 1999 und war einer der bewaffneten Konflikte der Jugoslawienkriege. Diese werden auch Balkankriege genannt und sind eng mit dem Zerfall des Staates Jugoslawien verbunden. Im Kosovo tobte ein innerstaatlicher Konflikt zwischen serbischen Kräften und ethnischen Albanern. Die Nato kämpfte zunächst ohne UN-Mandat gegen die serbischen Truppen, um diese zum Rückzug aus dem Kosovo zu zwingen.

Zunächst hatte die Nato rund 50.000 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt, um den Frieden dort zu erhalten. Der Kosovo erklärte sich 2008 für unabhängig. Seither konzentriert sich die KFOR-Truppe laut der Bundeswehr auf „die Überwachung der Entwicklung von professionellen, demokratischen und multiethnischen Sicherheitsstrukturen“.

Der Einsatz der deutschen Truppe soll heute um ein Jahr verlängert werden. Allerdings sollen künftig bis zu 400 statt wie bisher bis zu 800 deutsche Soldaten entsandt werden.


Warum ist die Bundeswehr im Libanon?

Der Konflikt zwischen dem Libanon und Israel gipfelte 2006 erneut in einem Krieg. Zuvor entführte die radikal-islamische Hisbollah zwei israelische Soldaten an der Grenze zum Libanon – kurz vor den Wahlen in Israel. Das Land reagierte mit einem Militäreinsatz gegen den Libanon.

Die Blauhelmsoldaten der Mission UNIFIL („United Nations Interim Force in Lebanon“) setzen sich seit 1978 für den Frieden zwischen dem Libanon und Israel ein. Anfangs war die Hauptaufgabe der Mission die Überwachung des Waffenstillstands und die Bestätigung des Abzugs der israelischen Streitkräfte. Inzwischen unterstützen bis zu 300 deutsche Soldaten die libanesische Regierung dabei, die Seegrenze zu sichern und Waffenschmuggel vom Meer aus zu verhindern. Außerdem beteiligt sich Deutschland an der Ausbildung der libanesischen Marine. Das Mandat soll heute vom Bundestag ebenfalls um ein Jahr verlängert werden.



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Vanessa Valkovic
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